Grün, Weiss und etwas über Moos

Nach den weissgrünen Schneeglöckchen zuvor habe ich noch mehr Garten-Bilder in den Farben Grün und Weiss, beginnend mit 1. dem niedlichen Polster-Kissenmoos Grimmia pulvinata, neben Flechten auf einem Feldstein am Beetrand, 2. eines der blühenden Gänseblümchen Bellis perennis im Rasen, 3. blühendem Einjährigem Rispengras Poa annua, 4. einer unbestimmten Fliege auf Blättern vom Wollziest Stachys byzantina, und zuletzt 5., das Moos mit dem lustigsten Namen, der Sparriger Runzelpeter Rhytidiadelphus squarrosus.

Sie haben sich während der zurückliegenden, eher milden Winterwochen nie lange vor dem Frost verstecken müssen, und gerade das Moos im Rasen ist prächtig gediehen, was nicht jeden Gartenfreund erfreut. Einige Nachbarn fummeln bereits an ihrem Gartengerät herum, um demnächst mit dem Vertikutierer den Rasen zu bearbeiten, wobei das Schneidwerkzeug oft viel zu tief unter der Erdoberfläche eindringt, obwohl 2-4 mm vollkommen ausreichen, und die tiefen Einschnitte den darunter lebenden Bodenlebewesen zuleibe rücken. Dass ausser Rasendünger noch Chemikalien zur Unkrautbekämpfung ausgebracht werden, ist ebenfalls eine verbreitete Gewohnheit.

Wer Moos im Gras nicht leiden mag, hat sich vielleicht noch nicht bewusst gemacht, wie viele Insekten, Larven, Würmer etc. darunter leben, und dass sie ihren Wert im Gartenleben haben?
Auch wer sich für die Krabbeltiere nicht persönlich begeistert, versteht sicherlich, dass es besser ist für die Singvögel im Garten, wenn sie ihre Nahrung selbst finden, statt sich ganzjährig aus dem Futterspender zu ernähren. Würde jeder Gartenbesitzer nur ein bisschen mehr die Notwendigkeiten seine bisherigen Gewohnheiten hinterfragen, könnten viele Gärten mit weniger Arbeit und geringeren Kosten den Vögeln mehr Nahrung bieten.

Weshalb der Vortrag? Weil heute früh der erste Morgen in diesem Jahr war, an dem ich die Futterhäuschen nicht vollkommen leer gefressen vorfand, und von der Nachbarin dasselbe hörte. Die Vögel finden offenbar nun selbstständig mehr Nahrung, als noch vor einigen Tagen. Nach dem Dürrejahr, in dem der Boden bis in weitreichende Tiefe wie ausgestorben war, ist das ein Anlass zu grosser Freude.

Fotos vom 15. Februar 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

14 Gedanken zu “Grün, Weiss und etwas über Moos

    • Allein schon wegen des Namens mag ich es.
      In einer sonigen Stunde entdeckte ich heute Vormittag, dass eine Wildpflaume (Krete) zu blühen begonnen hat, nun dagegen kommt mit einem gemein kalten Nordwestwind eisiger Regen herunter. Es bleibt ungewiss.

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  1. Ich wäre begeistert von einem Moosrasen. Es würde ja schon reichen, wenn die Leute nicht penibel alles bearbeiten würden. Ich habe immer wieder das Gefühl, die behandeln die Natur wie ihr Wohnzimmer. Am Besten noch mit dem Staubsauger beigehen, aaaahhh. Dein Rasen ist jedenfalls ein besonders lebendiges Biotop und für mich vorbildlich :-)

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    • Das Feindbild ist kommerziell gut verankert worden. Selbst auf meinem eigenen PC, mit der Suchmaschine, die ich seit Jahren verwende, leiten die Algorithmen sozusagen sofort den virtuellen Vernichtungskampf ein, weil das Stichwort Moos offenbar vom weitaus grössten Teil der Nutzer in feindseliger Absicht gesucht wird, oder weil die Unternehmen, die Vernichtungsmittel anbieten, gut dafür bezahlen, dass ihre Ergebnisse obenan erscheinen.

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