Im Wurzelwerk

Zum Morgenkaffee präsentierte mir die „Apophysische Sphinx“ ein Bild zum Nachdenken, dass ich zwar sofort als Entsprechung und Ausdruck von etwas empfand, aber ein Bewusstsein dessen liess noch auf sich warten. Erst während des Spazierengehens mit Bongo im Regen dachte ich an Wurzeln und das Herabsteigen im Inneren, stellte ich den Zusammenhang her zu meiner ABC-Etüde von gestern her. Die kann man > hier lesen.

Diesmal versetzte ich mich ein paar Generationen in der Familiengeschichte zurück und bei der Recherche zu historischen Umständen fand ich im wunderbaren World Wide Web einige mir noch unbekannte Wissens-Schnippsel, denn durch die Digitalisierung alter Schriftstücke, die man öffentlich aufrufen kann, lassen sich inzwischen weitere, ergänzende Mosaiksteinchen zu privat vorhandenen, aber viel zu spärlichen Familienerzählungen und -papieren finden. Es waren ja nicht nur diese einen Urgrosseltern meiner Vorfahrenschaft so wenig sesshaft, es zieht sich wie ein Prinzip durch das ganze verzweigte Wurzelwerk. Deshalb sind mir solche Momente besonders wertvoll, in denen es sich anfühlt wie Tauchen und tiefer atmen zu können zugleich, und ganz genau so empfinde ich das zufällige Bild.

9 Gedanken zu “Im Wurzelwerk

  1. Das Bild ist klasse.
    Bzgl. des Tauchens:
    Letztes Jahr konnte ich auch durch www etwas recherchieren, wie mein Onkel, der ganz besondere Mensch der väterlichen Familie, im Krieg umgekommen sein muß. Auf Fronturlaub sagte er meinem zuk. Vater, daß er sicher nicht mehr nachhause kommen werde. Und so war es dann auch.

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    • Danke, Gerhard, dass du verstehst, was ich meine.
      Warum man wohl erst so alt werden muss, um anderswo Vorstellungs-Bilder bestätigen, vervollständigen oder verwerfen zu können, auch abseits der technischen Hilfsmittel – das denke ich oft, ist seltsam.
      Es scheint manchmal Blockaden durch grosse familiäre Nähe zu geben. Meine Schwiegermutter berichtete mir vieles aus der Vergangenheit, was sie ihren Kinder nicht erzählte. Vielleicht lernt man auch erst spät, differenzierter zu fragen.

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      • Blockaden durch grosse familiäre Nähe , das mag sein.

        Ein Therapeut sagte mir vor 20 Jahren schon, daß mein Vater wohl Schuldgefühle hatte, daß ER überlebte, aber der ältere, gewande, künstlerische Bruder nicht.
        Das mag so gewesen sein.

        Differenziert kann ich nun nicht mehr fragen, schon lange nicht mehr. Nach meines Vaters Tod hatte ich zwei Geschwister von ihm aufgesucht. Bei seiner jüngeren Schwester hätte ich mehr als 2x kommen müssen. Doch nahm ich unnötigerweise Rücksicht.

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