Sperlinge, Blaumeisen, Kohlmeisen, …

Heute ist der letzte Tag zum Vögelzählen für die „Stunde der Wintervögel“, zu der der NABU auch in diesem Jahr wieder einlädt. Infos zur Teilnahme und hilfreiche Downloads findet man auf der NABU-Webseite einsehbar > hier, man auch bereits erste Ergebnisse für das Vorkommen einzelner Arten der diesjährigigen Zählung aufrufen.
Meine Zählung habe ich heute Morgen um zehn Uhr begonnen und dabei vorwiegend Sperlinge, Blaumeisen und Kohlmeisen gesehen, keinen einzigen der Finkenarten – die sind aber dennoch da, beim Spazierengehen mit Bongo habe ich Grünfinken, Buchfinken und Distelfinken gesehen. Aber die gehören eben nicht mit ins Ergebnis hinein – es soll dieses Jahr wieder nur auf den Siedlungsbereich beschränkt gezählt werden, und so ist das Zählergebnis aus meinem Garten in diesem Jahr, wahrscheinlich auch wegen des milden Winters, an Arten ziemlich arm .

 

In absteigender Reihenfolge waren heute Morgen während 10 und 11 Uhr folgende Arten im Garten zu sehen:
1. + 2. Die oft auch gemischte „Spatzenbande“ hat sich anscheinend auf die Futterplätze in den Gärten spezialisiert, und sowohl Haussperlinge Passer domesticus als auch Feldsperlinge Passer montanus stürmen in Scharen hin und her. Weil unser Garten am Feldrand liegt, sind es oft sogar mehr Feldsperlinge, und so auch heute, 20 : 15.
3. + 4. Blaumeisen Cyanistes caeruleus, Kohlmeisen Parus major halten sich während der vergangenen Wochen zu etwa gleichen Teilen und an verschiedenen Stellen im Garten auf, nutzen die Futterplätze, finden aber in diesem bisher eher warmen Winter auch abseits davon Nahrung. Sie nutzen die Gelegenheiten, wie sie sich eben gerade bieten. Heute habe ich in meiner Zählstunde von jeder Art gleich viele zur gleichen Zeit gesehen, nämlich jeweils 5 Blaumeisen und 5 Kohlmeisen.
5. Zu meinem grossen Glück wurde plötzlich ein Knödelkörbchen von 5 Schwanzmeisen Aegithalos caudatus in Besitz genommen, und wie ein Spuk waren sie nach höchstens ein oder zwei Minuten wieder verschwunden.
6. Ringeltauben Columba palumbus kommen täglich, um unter den Futterhäuschen nach Heruntergefallenem zu suchen, heute waren es 4.
7. + 8. je 2 Amseln Turdus merula und 2 Elstern Pica pica wühlten in den Randbereichen des Garten und unter dem Kirschbaum vehement im Laub herum.
9. + 10. liessen sich je 1 Rotkehlchen Erithacus rubecula und 1 Sumpfmeise Poecile palustris am Futterhäuschen blicken.

Leider hat sich der Zaunkönig nicht blicken lassen, ich hätte ihn gern auf die Liste gesetzt, weil ich ein bisschen stolz darauf bin, dass er hier im Garten lebt, aber so sind die Regeln der Zählung: was man in dem Zeitraum nicht sieht, gehört nicht dazu. Weil während der vergangenen Wochen nur wenige anhaltende Frosttage herrschten, haben es viele Vogelarten einfach nicht nötig, sich von den menschlichen Futterangeboten aus der Deckung locken zu lassen und das hat auch Vorteile, weil weniger Vögel sich gegenseitig mit Krankheiten anstecken können oder an den Futterplätzen vor lauter Hunger nicht merken, dass sie von Katzen belauert oder vom Sperber angeflogen werden.
So gesehen bedaure ich zwar, nichts „richtig Tolles“ beobachten zu können, wie ich in vielen Blogs von anderswo bewundern kann, aber lieber ist es mir, wenn sie ohne Häuschen und Knödel zurecht kommen, so wie eben Amseln, Elstern und der heute unsichtbare Zaunkönig es gezeigt haben.

Fotos vom 10. und 12. Januar 2020 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder anklicken.

6 Gedanken zu “Sperlinge, Blaumeisen, Kohlmeisen, …

  1. Ach ja, das kenne ich die Versuchunng, „die, die doch immer da sind“ mit reinzunehmen ..
    (bei mir wären das Zaunkönig, Rotkehlchen und Dompfaff i+und eigentlich auch der Graureiherg ewesen), stattdessen kreisten da die ganze Zeit an die 25 Lachmöven, die nur selten, bei bestimmten Wetterlagen da sind und anscheinend allen anderen die Laune verdorben haben.
    Aber so sind nun mal die Spielregeln…

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  2. Da sind tatsächlich einige interessante Unterschiede in der Artenzusammensetzung hier und bei euch ..
    Neidisch bin ich – hab‘ ich, glaub‘ ich, schon öfter erwähnt 😉 , auf die vielen Feldsperlinge.

    Mit dem Zaunkönig war es hier umgekehrt: seit Weihnachten habe ich ihn nur in der gestrigen Zählstunde entdeckt.
    Andere, z. B. der Buntspecht, der nach vielen Jahren endlich wieder mal – anstelle des zuletzt häufigeren Grünsprechts – in diesem Winter auftauchte, war ausgerechnet gestern nicht da.
    Es gibt aber auch Gäste hier im Garten, die sehe ich ich im Winter fast täglich (soweit ich bei Tageslicht zuhause bin), z. B. Amseln, Meisen, Rotkehlchen und auch die Heckenbraunelle.
    Die Zeiten, als es hier große gemischte Finkentrupps (Buch-, Berg- und Grünfinken sowie Hänflinge) an den Futterstellen gab, sind leider schon länger vorbei ..

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