Vögel im Garten

Weil der Winter bisher grün ist und nur von wenig, nur wechselhaft auftretendem Frost geprägt, zwischen dem immer wieder Insekten hervorkommen, finden viele der üblichen Wintergäste auch abseits der Futterstellen im Garten Nahrung, und schön langsam bekomme ich das Gefühl, sie tun dies bevorzugt dort, wo und wenn ich sie nicht oder kaum fotografierbar sehe.
Amseln Turdus merula verwühlen energisch das Laub auf den Beeten und drehen und wenden es gern auf der Terrasse, um an all die begehrten Kleintierchen heranzukommen. Das Rotkehlchen Erithacus rubecula hält entweder dort Nachlese oder unter den verschiedenen Futterstellen, und – hast du nicht gesehen – ist es weg, genau wie der Zaunkönig Troglodytes troglodytes, den ich stets nur mäuschenhaft als Schatten wegflitzen sehe. Würde er nicht doch gelegentlich flattern, um schneller zu verschwinden, würde ich meinen, es sei nur eine der Waldmäuse gewesen, die dieselben Stellen bevorzugen. Regelmässige Futterhausbesucher sind zur Zeit ausschliesslich Spatzen und Meisen.

Auf dem ersten Foto sind gleichzeitig eine Kohlmeise Parus major von hinten und ein männlicher Haussperling Passer domesticus, von der gegenüberliegenden Seite kommend, zu sehen, ein weiteres Spatzenmännchen wartet auf dem zweiten Bild und einer Weinrebe in der Nähe auf seine Gelegenheit, ebenfalls dasselbe Futterhäuschen aufzusuchen.
Die unteren beiden Fotos zeigen das andere Futterhaus, aufgestellt in der feldseitig gelegenen Gartenhälfte. An dem Haus versuchen gelegentlich auch Elster Pica pica oder Eichelhäher Garrulus glandarius ihr Glück, aber heute habe ich sie bei meiner Gartenrunde nicht gesehen, sondern konnte nur die beiden Meisen erkennbar erwischen – hell ist es heute nämlich auch nicht. Bei dem kleinen Klettermaxen mit der schwarzen Kopfplatte, in der man die Augen selbst beim Anklicken und Vergrössern des kleinen Bildes kaum erkennen kann, handelt es sich um eine der Sumpfmeisen Parus palustris, die im Garten Stammgast sind und immer besonders aufmerksam warnen, aber ebensoschnell an das frisch aufgefüllte Futter geflitzt kommen. Auf dem vierten Foto ist eine der in diesem Winter vergleichsweise zahlreichen Blaumeisen Cyanistes caeruleus zu sehen. Ich glaube, in diesem Jahr ist ihre Anzahl der Kohlmeisenmenge in etwa gleich, das war nicht jedes Jahr so und beides sind erfreulich viele.

An den aufgehängten Meisenknödeln bzw. Energieblöcken sah ich neben Blau- und Kohlmeisen ausser Sperlingen auch gelegentlich eine sportliche Amsel ihr Glück versuchen, aber es lassen sich auch vereinzelt Schwanzmeisen Aegithalos caudatus daran blicken. Ein Buntspecht Dendrocopos major hämmert regelmässig an der nicht mehr ganz gesunden Birke herum, Ringeltauben Columba palumbus beschreiten jeden Tag einzeln den Rasen oder kommen als Gruppe direkt unter die Futterhäuser. Gestern verirrte sich sogar eine einzelne Goldammer Emberiza citrinella vom Feld kommend probeweise unter die Spatzen, siehe letztes Bild, vermutlich vom weithin hörbaren Vogellärm angelockt. Beim Spazierengehen mit Bongo kann selbst ich das Krakeelen mehrere Hundert Meter weit hören.
Das ist also, ebenso wie die Fotos, der Besucherstand an den Futterstellen vom vorletzten Tag des Jahres, dem 30. Dezember 2019, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern kann man die fünf kleinen Bilder anklicken.

8 Gedanken zu “Vögel im Garten

    • Es sind stärkere und schwächere Phasen, auch innerhalb desselben Tages hier. Ichhabe den Eindruck sie kommen morgens, hungrig nach der Nacht, zum Frühstück, dann schwächt der Besuch deutlich ab um Mittags um so stärker zu werden und kurz bevor der Nachmittag dämmeriger wird, fallen sie noch einmal ein. Wo sie sich dazwischen herumtreiben, kann ich mir auch nicht erklären.

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    • Der feuchte Herbst hat ihnen noch einmal „den Tisch gedeckt“ mit späten Insekten, wobei ich annehme, dass es nur punktuell positive Entwicklungen gegeben hat, wenn ich andere Artikel vergleiche. Aber immerhin zeigt es, dass man relativ leicht etwas dafür tun und gute Bedingungen schaffen kann, wenn man will.

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