Stubben-Liebe

„Stubben“ ist ein anderes, hübscheres Wort für Baumstumpf, und wie diese drei Fotos zeigen, verdienen sie viel mehr liebevolle Aufmerksamkeit, vor allem in dieser Jahreszeit. Vier sehr verschiedenen Pilzarten habe ich innerhalb der letzten Wochen auf einem baumbestandenen kurzen Wegabschnitt von vielleicht hundert Metern entdeckt und beobachte sie seitdem, wenn ich beim Spazierengehen mit Bongo daran vorbeikomme.

 

Der Austern-Seitling Pleurotus ostreatus auf Bild 1 müsste übrigens ein sehr naher Verwandter derer auf meiner Eiche sein, denn er wächst auf dem Stubben der Erle, von der ich vor ein paar Jahren einen von Austernpilzen besiedelten Zweig mitgenommen habe, um ihn hoffnungsvoll an der Eiche im Garten zu deponieren.
Alabaster-Kernlinge Tremella encephala kenne ich, ausser diesem einen, der hier auf Bild 2 zu sehen ist, in der Umgebung keine weiteren. Der Fichtenstumpf, auf dem er gedeiht, wurde aus einem Gartengrundstück gerodet und liegt nur am Wegrand, weil dort für das nächste Osterfeuer gesammelt wird. Ansonsten wachsen hier ja keine Nadelbäume, auf die sich diese Art beschränkt, genau wie die jungen Pilzgebilde um die auch Weisskerniger Zitterling, Kiefern-Kernling oder Weisskerndrüsling genannten Alabaster-Kernlinge herum, bei denen es sich höchst wahrscheinlich um Blutende Nadelholzschichtpilze Stereum sanguinolentum handelt, denn der Zitterling parasitiert diese Art, die auf toten und kürzlich gefallenen Nadelbaumteilen wächst.
Wäre dieser Stubben mit anhängenden Wurzeln nicht so riesig, würde ich ihn gern retten, denn der Alabaster-Kernling gilt als selten und ist eigentlich viel zu schade, um Ostern 2020 in Flammen aufzugehen.
Auf Bild 3 ist die vierte holzbewohnende Pilzart zu sehen, die graugrünen Geweihförmigen Holzkeulen Xylaria hypoxylon gedeihen auf einem Erlen-Stubben unweit der anderen Arten. Der zierliche Schlauchpilz besiedelt Laubholzstümpfe und abgefallene Äste, kommt auf Nadelholz hingegen nur selten vor. Bisher habe ich ihn in der Umgebung nur an dieser einen Stelle entdecken können. Vielleicht ergreift die Geweihförmige Holzkeule ja noch die Chance der bisher milden und feuchten Witterung, siedelt weiter und im nächsten Jahr gibt es mehr von ihnen?
Fotos sind vom 13. Dezember 2019, in der Feldmark bei Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

12 Gedanken zu “Stubben-Liebe

  1. Und was ist aus dem großen Fichten-Stubben mitsamt Pilzen geworden? Osterfeuer (müsste ja ausgefallen sein in ’20 und ’21), weiter unbehelligt vor Ort oder doch bei dir in den Garten gekommen oder ganz anderer Verbleib ..?

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