Rotkehlchen im Garten

Obwohl schon seit Jahren Rotkehlchen Erithacus rubecula hier im Garten leben, habe ich über die vergangenen zehn Jahre hin trotzdem nur wenige Fotos von ihnen aufnehmen können, denn bei uns im Garten verhalten sie sich jahrein-jahraus scheu und kommen erst an die Futterstellen, wenn Frost, Eis und Schnee ihre anderen Möglichkeiten verhindern. Als hätten sie eine Art Radar dafür, wenn man sie anschaut oder gar fotografieren will, weichen sie sofort unauffällig in den den Schatten zurück, wie auf dem zweiten Bild.

Für den Aufenthalt und Nahrungssuche von Rotkehlchen ist ein „unaufgeräumter“ Garten mit dichten Vegetationsstreifen, umkrauteten statt darunter freigeharkten Sträuchern und liegengebliebenes Herbstlaub wichtig, und in dem Teil unseres Gartens hält es sich, genau wie der Zaunkönig, stets auf.
Solange über meiner (Nicht ganz-)Benjes-Hecke wegen der zwischengeschichteten und derzeit wunderbar feuchten Streifen aus bewurzeltem Kraut und Erde die Mücken fliegen, finden sie, was sie brauchen abseits der Futterstellen: Insekten, kleine Spinnen und kleine Regenwürmer, ausserdem Beeren verschiedener Sträucher.

Ausserdem hält „unser“Rotkehlchen regelmässig Nachlese auf dem Boden unter den überhängenden Zweigen des grossen, alten Bauernjasmins Philadelphus coronarius, wo die Meisen und Spatzen Futterreste fallenlassen, und wo es im Laub herumkruschtelt. Würde ich nicht ab und zu die orangerote Brust irgendwo leuchten sehen, wüsste ich wochenlang nicht, ob es überhaupt noch da ist. Auf den Zweigen des Bauernjasmin sind auch die beiden Fotos entstanden, am Mittag des 9. Dezember 2019, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

22 Gedanken zu “Rotkehlchen im Garten

  1. Ich erinnere mich, dass wir uns im letzten Winter über die unterschiedlichen Rotkehlchen-Mentalitäten unterhielten. Meines hier sah ich gestern wieder – wenn es denn das vom letzten Winter ist… – scheu noch. Vielleicht aus dem Wendland gekommen?

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  2. Komisch, vielleicht gibt es zwei Typen von Rotkehlchen. Hier war eins, das kam immer nah dran, fast als ob es zahm wäre. Der Gag ist vielleicht, dass die Rotkehlchen lieber am Boden bleiben, also nicht gerne hoch zur Futterstelle fliegen, sondern auf die Krümel auf der Terrasse scharf sind …

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