Exit „Himbeerapfel von Holowaus“

Exit „Himbeerapfel von Holowaus“ – noch keinen Apfel getragen und schon vorbei: nach einer wochenlangen Zeit des Dahinkümmerns nach einer noch erfreulich schönen Blütezeit haben Wühl- bzw. Schermäuse still und heimlich das junge Bäumchen erledigt. Heute habe ich ihn ausgegraben, um das Ausmass des Schadens zu sehen:

Die Apfelsorte Malus domestica „Himbeerapfel von Holowaus“ wurde um 1850 in Holovous bei Hořice, etwas östlich von Prag, gezüchtet. Im Herbst 2016 hatte ich mich bei der Ausstellung alter Apfelsorten auf dem Gartower Apfelmarkt in die auch im Inneren himbeerfarben angelaufenen, ungewöhnlichen Früchte verliebt und mir bei einer Baumschule ein Bäumchen bestellt. Kurz vor Weihnachten 2016 konnte ich den Baum pflanzen, im Februar 2017 zeigte sich, dass er angewachsen war und Knospen schob, dann verbrachte er das Jahr als unscheinbarer „Stecken“ mit einigen Blättern an wenigen Zweigen, im Frühling 2018 > hier zu sehen, und 2019 ebenso: die Fortschritte waren gering, aber vorhanden, es wurden mehr Blüten, auch wenn der junge Baum in seiner Gesamtheit immernoch keine Fotoschönheit war, und darum im Blog kaum aufschien. Immerhin heute, als Opfer eines stillen Dramas.

Abgesehen von der Zerstörung war das Ausgraben sehr informativ: trotz gestriger Bewässerung dieses Gartenbereichs von über einer Stunde war das Erdreich bis über 70 cm Tiefe staubtrocken, dicht und vollkommen leblos, als wären alle Humusanteile durch diese zwei trockenen Sommer aufgezehrt worden.

Die Fotos vom Himbeerapfel-Strunk sind von heute Morgen, 30. Juli 2019, im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Morgen kommt ein Feldahorn an seine Stelle.

23 Gedanken zu “Exit „Himbeerapfel von Holowaus“

    • Wenn ich das wüsste … Die kümmerlichen Blätter im April / Mai haben die anderen nicht gezeigt, und so hat er mehr Wasser bekommen als die anderen Apfelbäume, vor allem. weil er der einzige wurzelnackt gepflanzte Baum im Garten war, aber wie ich gelesen habe, könnte die Unterlage der Veredelung entscheidend sein, über beides: den Durst und die Anziehungskraft für Wühlmäuse.

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  1. Eigentlich kein like, aber es ist schlimm. Gegen die Wühlmäuse wirst du sicherlich nichts ausrichten können, doch diese Trockenheit ist katastrophal. Wir haben eine kleine Hängekätzchenweide, die hat nur noch trockenes Laub und wurde immer gegossen.

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    • Wie ich eben schon auf den Kommentar von Richard schrieb, bin ich nicht sicher, ob zuerst die Dürre oder die Maus den Schaden verursacht hat, ich denke, eine Unterversorgung mit Wasser lässt das Wurzelwachstum unverhältnismässig gering bleiben oder stocken, und wenn dann noch jemand daran herumknabbert, gibt es keine Reserven.
      Schade um die Weide. Vielleicht hat ja auch jemand deine Weide angenagt?
      Ich habe eine Bruchweide im Garten, die zur Kopfweide gezogen wird, und die steht blendend da, strotzend vor Kraft – es ist mir ein Rätsel, wonach es geht.

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      • Keine Mäuse bei uns. Noch nie. Die Blätter könnten auch Sonnenbrand bekommen haben. Letztes Jahr sah sie auch schon so aus, aber im Frühjahr trieb sie wieder aus. Hoffnung keimt und Regen wird erwartet.

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        • Wenn es ein dichtes Wurzelwerk alter Bäume und Sträucher gibt, bleiben sie oft weg. Als das Grundstück hier vor dem Neubau noch ein völlig zugewachsener „Wald“ war, gab es auch schon seit Jahren keine mehr. Ich hätte die Stubben im Boden lassen müssen …

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            • Wer denkt denn daran, dass solche Wurzelmengen auch Vorteile haben? Immer wird empfohlen, für eine Neuanlage alles alte Wurzelwerk zu entfernen. Klar buddelt es sich dann leichter, aber nicht nur für menschen, auch für Mäuse und Maulwürfe und davon war das Grundstück nach Anfängen, die dem jetzigen Status sehr ählich waren, für rund 20 Jahre frei gewesen. Heute würde ich es wirklich anders machen und mich lieber den vorhandenen Stubben und Wurzeln anpassen.

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  2. Mein Apfelbäumchen hat das letzte Jahr immerhin ein paar Dutzend Äpfelchen aufgewiesen, zum 1. Mal.
    Dieses Jahr zeigten sich nur eine Handvoll Äpfelchen.
    Ich glaube, ich bekam das Bäumchen durch einen guten Freund zum 60ten.
    Hoffentlich wird auch er noch was.

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    • Ich wünsche es dir! Den anderen Apfelbäumen in unseren Garten geht es blendend und sie tragen unverhältnismässig viel diesen Sommer, was bei alten Sorten oft normal ist, dass sie alternierend tragen, man muss also nicht immer vom Schlimmsten ausgehen.

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  3. Ach wie schade! Da wartet man und wartet und dann sowas :-( Wer weiß, wofür es gut ist. 70cm Trockenheit ist erschreckend! Man fragt sich, wo die Würmer bleiben (was die Drosseln fressen und die Maulwürfe und alle anderen!). Was Mathilda schreibt, passiert meiner Weide jedes Jahr. Allerdings hat sie nur einen kleinen Topf, aber regelmäßig verbrennen die Blätter. Sie treibt schön aus, wird viel gegossen und wenn die Hitze kommt, wird sie braun. Dabei steht sie jetzt noch im Schatten! Und bei den Bäumen draußen ist es mir auch ein Rätsel. Irgendwie scheint die Bodenzusammensetzung einen Meter weiter manchmal schon so anders zu sein ,daß es dem einen Baum gut geht, während der andere verdurstet. Ich hoffe, die gefräßigen Mäuse richten keinen weiteren Schaden an!

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    • Stimmt, oft liegen ganz verschiedene Stellen nebeneinander. Die Bodenlebewesen fehlen sicher vielen Tieren. Fast möchte ich sagen: gäbe es mehr, hätte ich wenigstens einen Maulwurf, der frisst wenigstens nicht an den Wurzeln herum und nervt die Wühlmäuse, weil er ihnen die Gänge von unten herauf kaputtmacht.

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      • Was das alles für Folgen hat. Die Maulwürfe haben sich hier auch dünne gemacht, obwohl ich zwischen Sträuchern ein paar Haufen gesehen habe. Dort, wo man früher keine gesehen hat…

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  4. Schade um das Bäumchen. Es hatte so einen hübschen Namen. Dieses Jahr geht es zwar den Oberflächen-Pflanzen besser, aber die Bäume leiden durch die tiefe Trockenheit. Ich finde, die riechen dieses Jahr ganz komisch, irgendwie säuerlich. Das ist mir früher noch nie aufgefallen. Ist bestimmt der Stress.

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    • Der Name ist wirklich geradezu märchenhaft.
      So wie du es beschreibst, scheint es mir auch. Den säuerllichen Geruch hatte ich vor einigen Tagen in der Nase, aber nicht ständig, nicht mit Bäumen verbunden, meinte aber, dass er von einem Graben hier in der Nähe kam, der gerade mal wieder ausgebaggert wurde, und aus dem Landwirte nach wie vor Wasser zur Feldberegnung entnehmen.
      Wobei ich mir schon vorstellen kann, dass manche Bäume mit vertrocknendem Laub tatsächlich säuerlich riechen.

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  5. Sehr aufschlussreich war deine Grabung vor einem Jahr. Dieses Jahr ist die Bodentrockenheit nicht grad so arg.
    Hier im Garten gibt es weder Wühlmäuse noch Maulwürfe – ich nehme an, weil der Boden über dem Schiefer ziemlich flachgründig ist (was natürlich auch viele Nachteile hat). Bin aber nicht ganz sicher …

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    • Sie mögen auch keine verwurzelten Grundstücke. Als meine Eltern ihren Garten aus einem Stück Acker anlegten, war er die ersten 20 Jahre noch Tummelplatz, nachher, als Bäume und Sträucher gross waren, gab es keine Wühler mehr.
      Zur Zeit habe ich nach Monaten ohne wieder einige Tunnel und Löcher gefunden. Ich nehme an, die sind oberirdisch eingereist, weil es rundherun weniger attraktiv und zu trocken war.
      Im Bereich zwischen 5 Zentimeter und 1 Meter graben sie, und bevorzugen eine Tiefe von 5 Zentimetern, das erklärt vielleicht, weshalb sie in einem von viel altem Wurzelwerk umgebenen und durchsetzten Areal weniger gern siedeln.

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