Garten-Notiz zu den Hasel-Sträuchern

Vor gut drei Wochen zeigte ich Bilder der positiven Entwicklung der schon mehrere Jahrzehnte alten Hasel Corylus avellana im Garten, die wir wegen allzu starker Dürreschäden Ende Mai heruntergesägt hatten > hier: der alte Stock treibt seitdem wunderbar schnell und gesund wieder aus seinen lebenden Stämmen und verdeckt die abgestorbenen Teile bereits vollkommen mit seinen vielen Trieben und grossen Blättern – hier ist ein Bild vom 25. Juli 2019:

Dem Sorgenkind geht es also wieder gut. Es gibt aber noch eine weitere Hasel im Garten.
Im Schatten der mir ebenfalls Kummer bereitenden Birke und ihrer Birkenschwester führte sie bisher ein sehr beiläufiges Schattendasein, von magerem Wuchs und beinahe ohne Nüsse, auch in weniger von Trockenheit beeinträchtigten Jahren. Die Vögel nutzten sie als eine Art Durchgangs-Strauch und so liess ich sie in Ruhe in ihrer wilden Ecke voller Gräser, Schlehen-Schösslingen und was immer sonst noch dort zu wachsen vermochte.
Seit dem Errichten des Zauns vor neun Jahren war dort nichts mehr verändert worden, höchstens von der anderen Seite her, nur bis zu dieser besagten Birke hin, um deren Erhalt ich mir in diesem Jahr Gedanken mache; auf dem folgenden Bild ist sie links am Rand zu sehen:

Das Foto und das folgende zeigen das Resultat meiner Gedanken-Wälzereien, nämlich die bereits aufgearbeitete, derzeit nicht mehr wilde Ecke. Mir kam nämlich beim Entdecken der kleinen Neu-Ausschläge aus dem Stamm der Sorgen-Birke, die ich vor einigen Tagen > hier gezeigt habe, die Idee, dass nun durch das licht gewordene, dürre Birkengeäst mehr Sonne, aber günstigenfalls auch mehr Regen den Boden erreichen könnte. So beschloss ich, dies durch ein gründliches Entfernen von überflüssigem Durcheinander zu fördern.
Da der radikale Rückschnitt bei der grossen Hasel am anderen Ende des Gartens so gut verlaufen ist, kann die spillerige Hasel zwischen den Birken durch einen starken Rückschnitt eigentlich nur gewinnen. Und wenn nicht die Hasel, dann die anderen Pflanzen, die ich anstelle des Gewirrs aus Schlehen-Wurzelschösslingen und Eschen-Sämlingen im mit meinem Lieblingsgerät, dem Sauzahn bzw. Kultivator gut durchgearbeiteten und von fragwürdigem Wurzelwerk befreiten Boden neu gesetzt habe:

Einige davon hatten schon Standorte in der Nähe, wie Bartiris, Große Fetthenne, Wildastern ‚Asran‘, Weisse Taubnesseln und der Nesselkönig, der an seinem vorigen, von Gras bedrängten Platz kaum noch Elan gezeigt hatte. Sie alle wurden kurz entnommen, die Ballen von Unerwünschten freigezupft und dann an einem Platz in der Ecke eingesetzt. Gesellschaft haben sie bekommen von Balkan-Storchenschnabel und Herbstastern, mit denen ich im gesamten Garten an überhaupt jedem Platz gute Erfahrungen gemacht habe. Dass die Hasel darin gerade mal als Stock mit ein, zwei kleinen Blättchen vorkommt, störte die Vögel überhaupt nicht. Kaum dass ich nach jedem Arbeitsabschnitt der vergangenen drei Tage die Ecke verlassen hatte, stöberten sie begeistert herum und landeten in den stehengebliebenen Schlehen, auf dem Zaun und in den Birken.

Ich erwarte Vorteile für alles dort Wachsende durch Aufmerksamkeit und Aufwand, damit alles anwächst, und bin gespannt auf zukünftige Vergleiche, der Grund für die Garten-Tagebuchnotiz.
Fotos vom 25. und 29. Juli 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

20 Gedanken zu “Garten-Notiz zu den Hasel-Sträuchern

  1. Nicht nur Birken, auch andere Bäume sehe ich zur Zeit, die absolut kahl sind. Wohl auch die Dürre. Im Garten muss man manchmal etwas aufräumen, dann haben auch andere Pflanzen die Chance zu wachsen. Licht, Wasser, Erde…

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  2. Die Birke ist echt ein Trauerspiel, aber wer weiß, wofür es gut ist. Die anderen Pflanzen werden vielleicht profitieren. Ich drücke die Daumen!

    Bei mir mickert dieses Jahr der Waldvergissmeinnicht. Ob auch da die Trockenheit Schuld ist? Ich habe mittlerweile einen Teil entfernt und dort Thymian gepflanzt, auch wenn der Platz nur mäßig sonnig ist. Mal sehen was wird.

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    • Bei den Vergissmeinnicht ist es sicher die Trockenheit. Das halten höchstens die kleinen Acker-Vergissmeinnicht aus, bei denen die Blüten aber so klein sind, dass Mensch im Garten davon wirklich nichts hat.
      Thymian ist super. ich habe auch versuchsweise eine kleine, sehr sonnige und trockene Fläche mit Kriechende, Thymian bepflanzt und bin begeistert. Davon brauche ich mehr, gerade auf der sonnigen Südseite des Hauses, wo ich wahrscheinlich einiges austauschen muss, das mit den Umständen nicht mehr zurecht kommt wie früher.

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      • Ich stelle auch nach und nach meinen Garten auf „Trockenheitsresistenz“ um. Was eingeht, wird durch robuste Pflanzen wie Tymian und Sedum ersetzt. Auch Alant und jede Art von Geranium hat sich als sinnvoll erwiesen.

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        • Ja, es gibt viele schöne Pflanzen aus dem Wildpflanzenbereich, auch verschiedener anderer Länder, die besser geeignet sind als das bisherige Bauerngarten- und Schmuckpflanzen-Sortiment, das früher (und immernoch) am häufigsten angeboten wurde. Geranium-Arten finde ich ausserdem sogar ohne Blüten wunderschön.

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  3. Sieht für mich nach einer guten Erhaltungs- und Gestaltungsidee für die gezeigte Gartenecke aus.

    Den Ausdruck „spillerig“ habe ich noch nie gehört, finde ihn aber spontan gut :-)
    Hier sagt man für Ähnliches meist „sprakelig“ ..

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