Dies und das mit Gelb

Ein grosser Beitrag statt mehrerer kleiner mit Bildern aus den letzten zehn Tagen von diesem und jenem mit der Farbe Gelb – Blumen, aber auch Früchte, mit und ohne Insekten:

Angefangen beim Feinstrahl Erigeron annuus mit seiner gelben Mitte, auch Weisses Berufkraut oder Einjähriges Berufkraut genannt. Zu sehen sind verschiedene Fliegen, kleine Wildbienen und eine kleine Faltenwespen-Art namens Ancistrocerus oviventris mit feinen gelben Ringeln – zwei Bilder, die zeigen weshalb ich auf das im 18. Jh. aus Nordamerika nach Europa gelangte Wildkraut nicht verzichten möchte.

Auf dem einzelnen Foto vom Rainfarn Tanacetum vulgare sieht man gerade drei verschiedene, kleine Wildbienen-Arten sich um die goldenen Knöpfe tummeln. Wenn man das Bild anklickt, kann man sie noch etwas besser erkennen. Die Fotos vom Fenchel Foeniculum vulgare sind leider weniger gut gelungen, aber die Gäste sind besonders:

Die lange, schlanke Wespen-Art mit den besonders langen Fühlern würde ich zu den Schlupfwespen ordnen, Amblyteles wahrscheinlich, aber anders als die bei uns als ‚Gelbe Schlupfwespe‘ bezeichnete Amblyteles armatorius hatte dieses Exemplar keine durch ein schwarzes Band getrennte zwei gelben Bänder und vor allem war diese hier grösser als nur 12 bis 16 mm, es dürften schon eher 20 mm gewesen sein. Klein dagegen: die Variablen Flach-Marienkäfer Hippodamia variegata die sich an kleinen Pflanzenläusen an den Fenchelblüten sattfressen.

Voriges Jahr hat sich der Echte Alant Inula helenium entweder gar nicht blicken lassen, oder ist bei der Trockenheit des Juli 2018 mit seinen feinen gelben Blütenblättern schneller verblüht, als ich ihn wahrnehmen konnte. In diesem Sommer zeigt er sich wieder, und wird vor allem von verschiedenen Bienenarten sehr gern besucht.
Die künftigen Hummel-Jungköniginnen sind froh über Blüten die sie tragen können, wie auf dem nächsten Bild die Kryptorum-Hummel Bombus cryptorum auf einer Ringelblume Calendula officinalis:

Auch Sonnenblumen Helianthus annuus wären an sich gut geeignet, nur habe ich mich zu sehr auf die Aussaat durch die Vögel von Kernen aus dem Winterfutter verlassen und nun gibt es, anders als im letzten Sommer nur eine einzige Sonnenblume. Ist aber nicht schlimm, denn für die Hummelpummel gibt es Distelblüten und Schmetterlingsflieder satt. Vor allem die Blüten des weissen Schmetterlingsflieders Buddleja davidii haben es den Hummeln angetan, …

… und auch die Zitronenfalter Gonepteryx rhamni mögen die Weissen gern obwohl sie sonst auf leuchtendes Purpur stehen, gelegentlich auch das blassere vom Wilden Dost, der hier für die unermüdlich blühende Gelb-Skabiose Scabiosa ochroleuca den Hintergrund gibt. Das dritte Bild in der Dreiergruppe zeigt eine Neue in meinem Garten, eine Graue Färberkamille Anthemis tinctoria-Kreuzung mit dem Sortennamen ‚Susanna Mitchell‘, vor knapp zwei Wochen vom Staudenversender bekommen und gepflanzt: dies ist die allererste Blüte über dem silbriggrünen Blattwerk und ich bin sehr gespannt auf die weitere Entwicklung.

Zu Schluss noch die Früchte, die etwas mit dem Thema „Gelb“ zu tun haben, wenn man es so sehen möchte: die sich bereits verfärbenden Beeren des Gewöhnlichen Schneeballs Viburnum opulus sehen gerade besonders hübsch aus, mit ihrer Zweifarbigkeit in Gelb und Rot. Daneben sieht man, dass die Reife der Klaräpfel tatsächlich schon erreicht ist, denn die Wespen haben begonnen, Wurmlöcher weiter aufzubeissen und sich an den Äpfeln zu laben, hier mal eine Deutsche Wespe Vespula germanica.
Die Fotos im Beitrag sind vom 13. und 23. Juli 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen. Zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

30 Gedanken zu “Dies und das mit Gelb

  1. Ja, nun zeigt sich das Sonnengelb in den Gärten, an den Feld-, Wiesen- und Wegenrändern, ich geniesse es sehr, wie deine Bilder, sie erzählen von sattem Sommer!
    Hier schieben sich zwischen die vielen Gelbtöne noch die Lilatöne des Wiesensalbeis und das schwarzweiss der Störche 😉
    herzliche Grüsse
    Ulli

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  2. Die lange, schlanke Wespen-Art ist mir auch über den Weg gelaufen. Mit ihr harren noch 2, 3 weitere sonderbare Insekten bei mir auf Bestimmung, leider.
    Beim Rainfarn jedenfalls tummelt es wieder mächtig.

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    • Man findet im Web leider immer die Gelbe Schlupfwespe, und die ist zu klein und zu gestreift. Ich gebe es hier erst mal auf und hoffe, das Tierchen bei einer weiteren Gelegenheit deutlicher und vielliecht von anderen Seiten auch noch zu erwischen.
      Um dieses Foto besser zu machen, war icgh schlicht zu klein, ich habe es schon mit über den Kopf hoch erhobenem Arm machen müssen, denn der Fenchel ist enorm hochgewachsen und die verkehrsreichsten Blüten befinden sich alle ab 180 cm aufwärts.
      Stimmt, der Rainfarn ist gerade auch insektentechnisch in Hochform, aber der ist wenigstens kleiner als ich.

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      • Hohe Pflanzen erlauben natürlich andere Ansichten, nicht immer nur die schnöde Draufsicht.
        Jetzt habe ich mir das Tier nochmal in grösser angesehen und muß wohl zugeben, daß ich es vorhin verwechselt hatte. Signifikant ist dagegen der plane „Bauch“, eine ebene Fläche. So etwas hatte ich schon mal fotografiert.

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  3. Sehr schöne Vielfalt bei dir. Ja, das Gelb hat im Sommer wohl Hochsaison. Dieses gelb-schwarze Insekt kommt mir irgendwie bekannt vor. Könnte es eine Gelbe Schlupfwespe Amblyteles armatorius sein? Allerdings gibt es ja so einiges mit gelb-schwarz…

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    • Im Text oben, direkt unter den beiden Fenchel-Fotos und somit dem Bild von der Schlupfwespe, schrieb ich folgendes:

      „Die lange, schlanke Wespen-Art mit den besonders langen Fühlern würde ich zu den Schlupfwespen ordnen, Amblyteles wahrscheinlich, aber anders als die bei uns als ‚Gelbe Schlupfwespe‘ bezeichnete Amblyteles armatorius hatte dieses Exemplar keine durch ein schwarzes Band getrennte zwei gelben Bänder und vor allem war diese hier grösser als nur 12 bis 16 mm, es dürften schon eher 20 mm gewesen sein.“

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    • Dankeschön! Obwohl es gern mehr regnen dürfte und es gerade wieder fies heiss ist, bringt der Garten diesen Sommer mehr Blüten hervor als überhaupt zuvor. Die trockenheitsliebenden Wildkräuter sind um so viel fähiger, dass ich trotz des theoretischen Wissens staune.

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        • Als Pferdeliebhaberin mit Heubedarf ist es sicher weniger wünschenswert, dass die Gräser im Wachstum gehemmt werden und die Wildpflanzen, vor allem die ausdauernden, ihre Chance nutzen, so dass die Weiden und die Heuernte vermutlich nicht so gut ausfallen, aber für mich ist das im Garten gerade schon nahe am Glücksfall, weil es den von mir gewünschten Prozess, vom Rasen wegzukommen, so unterstützt.

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  4. Wieder eine ausgezeichnet getroffene Bilderstudie über Insekten auf Blüten und Früchten – und das dann alles ja auch immer im/aus dem eigenen Garten; einfach begeisternd 🙂

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