Weiss und ein bisschen Himbeerrot

Sie ist weiss und ein bisschen himbeerrrot gemustert auf dem Hinterleib, aber diesmal handelt es sich eindeutig nicht um eine Krabbenspinne, auch wenn ich sie ebenso hübsch finde, mit ihrem wie ein Fraktal wirkenden, roten Muster auf dem Hinterleib und den filigranen, durchsichtig wirkenden, langen Beinen:

Einen deutschen Namen hat die Spinne nicht und ihr einen zu geben, ist schwer, denn solange man sie nicht unter dem Mikroskop hatte, ist sie einer weiteren Art dermassen ähnlich, dass man sie kurzerhand solange mit zwei Namen versieht, nämlich Enoplognatha ovata oder Enoplognatha latimana. Die beiden Arten derselben Gattung man nur anhand ihrer Geschlechtsorgane unterscheiden kann, wenn es wichtig wäre.

Wie so oft genügt mir auch die nicht exakt benannte Anwesenheit auf der Wieseninsel im Garten, und dieses zarten, aber für die kleine Wildbiene tödlichen Spinnenwesens auf der Wiesen-Schafgarbe Achillea millefolium freut mich in jedem Fall. Je mehr verschiedene Arten sich zwischen den Wildpflanzen ansiedeln, desto mehr zeigen mir, ob ich mit meinem Tun und Lassen im Garten auf dem richtigen Weg bin.

Die beiden Enoplognatha-Spezies sind zwei weit verbreitete Spinnenarten aus der Familie der Haubennetz- oder Kugelspinnen, den Theridiidae. Sie leben bevorzugt in dichtem Pflanzenbewuchs an eher trockenen, sonnigen Standorten, wo unregelmäßige Haubennetze über oder zwischen die Triebspitzen frei stehender, niedriger Pflanzen gewebt werden. Es sind nur kleine Spinnen: ♂ etwa 3-5mm, ♀ etwa 5-7mm, aber können dank eines offenbar sehr wirksamen Giftes nicht nur so kleine Insekten, wie auf den Fotos, sondern auch Hummeln überwältigen.
Fotos vom 7. Juli 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

14 Gedanken zu “Weiss und ein bisschen Himbeerrot

    • Sie ist recht vielfarbig variabel. Mit grünlichem Muster hatte ich sie vor zwei Jahren schon einmal gesehen, aber da fällt sie noch weniger auf, weil sie wirklich recht klein und so zart ist, dass sie schon auf einem auffälligeren Untergrund sitzen muss, und vielleicht wegen einer Beute als doppelt so gross ins Auge fällt, wie hier auf den Fotos. Ich glaube, ich wurde zuerst auf den dunklen Fleck der Wildbiene aufmerksam.

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    • Jain. Artenreicher insofern, dass ich verschiedene Neulinge im Garten zu begrüssen habe, aber die Umgebung verarmt und die Schmetterlinge bleiben deshalb in diesem Jahr noch eklatanter aus als im vorigen Jahr um diese Zeit.

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      • Also zwei sehr gegenläufige Entwicklungen .. Es stimmt schon, dass das gesamte (ökologische) Umfeld stimmen muss. Aber ohne Gärten wie deinen wäre es jedenfalls insgesamt (noch) trostloser und artenärmer.

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