Kleiner Klappertopf

Kürzlich entdeckte ich einen Kleinen Klappertopf Rhinanthus minor im Garten, einen fakultativen Halbschmarotzer – er kann auch ohne, lieber ist ihm aber ein komfortabler Graswurzelanschluss.

 

„Entdeckte“ nicht im Sinne des völlig Unerwarteten, schliesslich habe ich ihn 2015 oder ’16 selbst von einem Spaziergang mitgebracht und in die Halbtrockenrasen-Wieseninsel gepflanzt, obwohl es eine schmarotzende Pflanze ist, sogar an „über 50 Pflanzenarten aus mindestens 18 Familien […], wovon der größte Teil Süßgräser (Poaceae) mit etwa 30 Prozent und Hülsenfrüchtler (Fabaceae) mit etwa 22 Prozent sind. Gelegentlich ist zu beobachten, dass auch andere Exemplare der eigenen Art vom Kleinen Klappertopf parasitiert werden,“ aus: Wikipedia – Kleiner Klappertopf.

Früher war der Kleine Klappertopf ein häufiger Begleiter an Rändern von Feldwegen und Landstrassen, die ich vor vielen Jahren hier in der Umgebung entlangspazierte oder mit dem Fahrrad fuhr, aber jetzt ist er fast verschwunden. Darum weckte der Kleine Klappertopf meine Begehrlichkeit, als ich ihn doch einmal fand, und weil der Bestand gross genug war, nahm ich mir zwei kleine Pflänzchen mit und überliess sie im Garten ihrem Schicksal.
Die Vermehrung der einjährigen Pflanzen ist bisher gleich Null, allenfalls selbsterhaltend: es sind immer noch nur zwei Exemplare. Vorigen Juli schrieb ich schon einmal einen Beitrag mit weiteren, besseren Fotos > hier.

Foto vom 20. Juni 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

12 Gedanken zu “Kleiner Klappertopf

  1. WUNSCHLISTE!!! Dave Goulson erwähnt ihn immer wieder. Ich glaube, er ist eine tolle Nektarpflanze, vor allem für Hummeln (?). Hier haben wir eine Wiese mit vielen Gräsern, aber vor allen Dingen Quecken. Wäre mal ganz interessant, wie sich das entwickelt. Aber ohne Anschluß kann der wohl gar nicht leben was?

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    • Ja, das stimmt, Hummeln mögen ihn und noch mehr den Grossen Klappertopf. Doch, der kann auch ohne, schrieb ich oben, der Klappertopf kann selbst Photosynthese betreiben und ganz normal harmlos vor sich hin klappern – aber warum sollte er, wenn er es auch günstiger bekommen kann? ^^
      Das wäre ein interessantes Projekt, so eine Hundertschaft Klappertöpfe auf die Quecke loszulassen :-)

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    • Ich hab mir im Frühjahr Saat gekauft, weil ich hoffe, er geht an und dünnt auf Dauer die Gräser ein wenig aus. Hier in der Nähe ist der Schmetterlingsexperte Marx Harder, in dessen „Faltergarten“ hab ich mir das abgeguckt.

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      • Ja, auf der Webseite des BUND gab es einmal einen Beitrag darüber, dass Klappertopf sehr hilfreich daran mitwirken kann, eine Graswiese in eine Wildblumenwiese zu umzuwandeln. Leider ist er nicht mehr auffindbar, aber es gibt noch mehr Artikel im Web, in denen das so erwähnt wird. Wie in meinem letzten Beitrag über die Strandgrasnelken und Heidenelken beschrieben, war auch die Trockenheit offenbar ähnlich wirksam. Meine Wieseninseln im Garten sind so schön vielfältig wie nie zuvor. Ich wünsche dir, dass du ein ordentliches Klappertopf-Orchester bekommst. :-)

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        • Die Trockenheit war eh super, hier in Angeln waren im letzten Jahr die Straßenbankette bunt wie nie zuvor, und auch in diesem Jahr merkt man die Nachwirkungen noch, obwohl es ja tropisch-schwül ist und die Gräser derzeit wieder heftigst hochwachsen

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          • Dafür ist mein Balkon zu klein, jammer! Auf der anderen Seite sah ich eben einige Futterpflanzen, die ich durchaus habe, aber die Falter finden nicht her. Vermutlich habe ich zu wenig davon. Für einen Pott kommen die nicht ;-)

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