Und täglich grüsst … die Mönchsgrasmücke

Neuerdings, also seit diesem Frühjahr, höre ich sie täglich im Garten singen, die Mönchsgrasmücke Sylvia atricapilla:

… und nur manchmal lässt sie sich auch blicken, was wahrscheinlich eher an mir liegt, denn ihre Färbung ist so unauffällig, dass sie schon sehr frei sitzen muss, um nicht übersehen zu werden, obwohl man sie hören kann. Bei dieser Gesangssitzung auf dem kahlen Eichenstamm war sie unübersehbar, wenn auch ein bisschen weit entfernt.
Man kann die kleinen Bilder zum Vergrössern anklicken, dann sieht man, dass nicht nur eine gewisse technische Unschärfe, sondern auch überhaupt ein nebelhaft gleichmässig graues Gefieder den Vogel mit dem namensgebenden Scheitelkäppchen auszeichnet, das bei den Männchen schwarz gefärbt ist, bei Weibchen und Jungen braun.

Eine umfangreiche Beschreibung des in weiten Teilen Europa verbreiteten Zugvogels findet sich bei > Wikipedia.

Es heisst, die etwa sperlingsgrosse Mönchsgrasmücke werde stellenweise häufiger, weil sie auch mit den Futterangeboten der städtischen Grünanlagen gut zurechtkommt: zur Brutzeit brauchen sie hauptsächlich Insekten und -Larven, ab Sommer und Herbst stehen auch Beeren und Früchte verschiedenster Sträucher auf dem Speiseplan, und „verschiedenste“ meint um die sechzig verschiedener mitteleuropäischer Straucharten. Daraus kann man schon erraten, dass sie ein Umfeld mit Hecken und strauchigen Gehölzen suchen.
Dass neuerdings auch mein Garten buschmässig geeignet scheint, freut mich extrem. Die Baum- und Strauchschnittmassnahmen der letzem Jahre in der umgebenden Feldmark sind allerdings kontraproduktiv, weil sie stets die blühfähigen Vorjahrszweige und damit die Möglichkeiten zum Fruchten zunichte machen.

Zum Schluss noch ein > Link, zur Mönchsgrasmücken-Beschreibung von Gerhard Brodowski, der zeigt, welche Probleme nicht nur die Grasmücken, sondern alle Singvögel bei uns hinsichtlich Nahrung und Lebensraums haben.

Meine beiden Mönchsgrasmücken-Fotos sind am 14. Juni 2019 im Garten entstanden, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

10 Gedanken zu “Und täglich grüsst … die Mönchsgrasmücke

    • Ich las gerade, man nenne sie im englischen Sprachraum auch „Falsche Nachtigall“, mock nightingale, das passt ganz gut, finde ich.
      Dass man als private Einzelperson in seinem kleinen Einflussbereich versucht, die Vogel- und Insekten-Welt zu retten, empfinde ich auch als Bedürfnis. Wenn es genug so handhaben, ist es vielleicht sogar wirksamer als solche entgleisten Massnahmen von Naturschutzverbänden, wie sie der verlinkte Naturfotograf Brodowski aufzeigt.

      Gefällt 1 Person

  1. Lustig, gerade als ich deinen Beitrag lese, singt sie wieder, die Mönchsgrasmücke. Die trällert hier von morgens bis abends in einer Lautstärke! Da paßt das mit der falschen Nachtigall wirklich hervorragend. Und, so wie du es beschreibst, ist es hier auch: man bekommt sie fast nie zu sehen. Manchmal denke ich, sie müßte direkt vor mir im Kirschbaum sitzen, träller, aber. nix zu sehen!! Raffiniertes kleines Ding ;-) Eine Zeitlang dachte ich, es wäre etwas besonderes hier, aber auch da trifft deine Beschreibung zu: ich höre sie allerorten in der Stadt. Schön, wenn es auch mal Profiteure gibt. Es gibt leider zu viele, die nicht profitieren von unserer geschundenen Umwelt.

    Gefällt 2 Personen

  2. Dieses Negativnaturschutzbeispiel ist aber schon extrem oder? Was sollte das für eine Fläche werden und welche Naturschutzgruppe holzt solch ein natürliches Gelände ab?? Ich hoffe mal, daß es sich um ein seltenes?! Negativbeispiel handelt.

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