Im Grünen entdeckt

Zur Erholung sind in diesem Beitrag keine Blumen zu sehen, sondern einiges von dem kleinen Getier, das ich im Grünen des Gartens entdeckt habe. Bis auf eines handelt es sich um Insekten, und die Ausnahme beginnt:

Die kleine grüne Kürbisspinne Araniella cucurbitina, die sich zwischen Zwetschgenblättern ein kleines Netz gewebt hat, gehört als Spinne nicht zu den Insekten, die Graue Gartenwanze Rhaphigaster nebulosa dagegen schon; sie sass mit Artgenossen an frisch ausgetriebenen Weidenzweigen. Auf den nächsten beiden Bildern folgen Schwebfliegen:

Gegensätzlicher könnten Schwebfliegen kaum sein: die braunpelzige Gemeine Narzissenschwebfliege Merodon equestris ist um ein Vielfaches grösser als die zierlichen Stiftschwebfliegen Sphaerophoria scripta, die gerade im Tandem-Flug unterwegs waren, und wie es aussieht, schwebt bei ihnen sie oben und er unten.

Diese beiden Spanner-Arten finde ich zur Zeit relativ häufig im Garten, vermutlich sind beide direkt hier an Pflanzen im Garten herangewachsen: der Ockergelber Blattspanner Camptogramma bilineata sucht gerade Schutz am Rosmarin, der Ampferspanner Timandra comae macht sich am Boden zwischen Kriechendem Fingerkraut ganz flach.

Zwei Fotos mit Marienkäferlarven: links ist noch einmal eine der weissen Larven des Australischen Marienkäfers Cryptolaemus montrouzieri an den Blauttläusen auf dem Kandelaber-Ehrenpreis zu sehen, worüber ich gestern > hier schrieb, und rechts sitzt eine Larve vom Asiatischen bzw. Harlekin-Marienkäfer Harmonia axyridis in Blaugrau mit Hellrot auf einem Blatt vom Garten-Hibiskus, gleich nebenan, aber bisher jede Art für sich.

Fotos vom 9. bis 13. Juni 2019 im Garten, Lüchow im Wendland, Lüchow-Dannenberg, Niedersachsen.

18 Gedanken zu “Im Grünen entdeckt

  1. Der Asiatische Marienkäfer ist inzwischen ja hinreichend bekannt und ich sehe ihn häufig in Massen. Eine Larve der Art habe ich dagegen noch nie bewußt gesehen.

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    • Dieses Jahr gibt es viele Marienkäferlarven, auch heimische. Die Asiatischen sind die von den grau-roten, die am „abenteuerlichsten“ aussehen. Hast du denn diese weissen Australischen auch schon einmal gesehen? Ich kann mir vorstellen, dass sie in deiner Region noch wahrscheinlicher auftauchen könnten.

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        • Bei mir ist es gerade umgekehrt, ich erinnere mich, Larven voriges Jahr in geringer Zahl schon einmal gesehen zu haben, hatte aber keine Ahnung, wonach zu suchen sei und hatte zu dem Zeitpunkt keinen Ehrgeiz, es trotzdem zu verfolgen.
          Diesmal sind es, zufälligerweise am selben Fleck im Garten, seit gestern wirklich viele. geworden und ich bin sehr neugierig auf die Käfer.

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  2. Schön, die Fotos von den Marienkäferlarven.
    Erstere hatte ich wohl vor einem halben Jahr mal erstmals fotografiert, die letztere jetzt sehr häufig – aber fast immer unbefriedigend, wenn ich ein formatfüllendes Foto anstrebte. Dazu ist die Larve zu füllig, um gleichermassen scharf abgebildet werden zu können.

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    • Für Makrofotografie zu gross? Erstaunlich!
      Hast du die weisse Larve im Freiland oder in einem Gewächshaus gesehen? Ins Freiland gehört der hierzulande nur als Nützling für Gewächshäuser verkaufte Australische Marienkäfer nicht, aber da frei verkäuflich, werden wohl immer mehr dorthin gelangen.

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      • Ich habe diese weisse Larve mal im Freiland auf einem Lorbeerblatt gesehen und auch gut fotografieren können.

        Wenn ein Tier zu „rund“ ist und der Kopf immer am Boden, dann empfinde ich es als schwierig, adäquate Fotos zu machen.
        Meine Eigenheit ist, Insekten möglichst nahe zeigen zu wollen. Das ist nicht immer von Vorteil, weil ich auf diese Weise auch leichte Unschärfen mit ins Sehbare transportiere.
        Ich habe mir daher schon vorgenommen, Insekten auch mal mitsamt der ganzen Blüte zu zeigen und nicht nur mit Blütenblattanschnitten.

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        • Mir gefallen die Bilder mit den Unschärfen sogar sehr gut, weil sie dem Geschöpf aus dem für das menschliche Auge unbeachteten Bereich zu einer mystischen Mammuthaftigkeit erhebt, die das Staunen und Bewundern des Seltsamen noch mehr abrundet. Das Wissenschaftliche darf ruhig öfter zu Gunsten des Wunder(n)s den Nebenrang einnehmen, finde ich, das ist eine notwendige Botschaft an die Menschheit.

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  3. Die weiße Marienkäferlarve ist mir noch nie begegnet, der dazugehörige Käfer vermutlich auch nicht. Bei mir haben sich bisher leider keine Marienkäfer blicken lassen… muss ich die Blattläuse wohl selber essen. 😉

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    • Eigentlich ist es eher beruhigend, dass sie noch nicht so bekannt sind, sonst wäre da etwas überaschend anders gelaufen als die Landwirtschafts- und Gartenbau-Berechnungen vor einigen Jahren meinten vorhersagen zu können – siehe oben, der verlinkte Artikel.
      Bei mir waren sie gestern auf einmal sehr viele, alle auf derselben Staude und alle zufrieden mit normalen Blattläusen statt der langweiligen Woll- und Schmierlauskost, zu der sie hierzulande verurteilt / verkauft werden.
      Die interessante Frage bleibt: werden die daraus sich entwickelnden Käfer den Winter überleben bzw. welchen Einfluss nehmen sie in den Monaten bis es angeblich für sie zu kalt wird? Das sind immerhin eine Menge Wochen.
      Ich erinnere mich zur generellen Marienkäferlage vom vorigen Jahr, dass ich da genauso sehnsüchtig Artikel von Blogschreiber*innenaus dem Südwesten Deutschland und Österreich las, bei denen die Insektenlage viel besser war. Nachdem ich nun dieses Jahr in gewisser Weise auch vergleichsweise Besserung bemerke, wandert die positive Welle nächstes Jahr hoffentlich auch zu dir.

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  4. Gratuliere zur Vielfalt bei euch, obwohl von Agrar umgeben. Hier bei uns „im Baumschulkreis“ scheint etliches durch akute oder chronische Vergiftung in Arten- und Individuenzahl gepeinigt.
    (Wir arbeiten dran.)

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    • Wie ich im Frühling bei einer Reise von uns nach Amsterdam beobachtete, scheint das westliche Niedersachsen und anschliessende niederländische Region noch sehr intensiv mit Glyphosathaltigem umzugehen. Die braungelben Flächen waren unübersehbar häufig. Bei uns dagegen war dieses Jahr das erste „mit ohne“, und es ist eine Erholung nicht nur für die Natur, sondern auch für die Psyche.
      Der Baumschulkunde ist vermutlich immer mitverantwortlich, wenn er makellos aussehende Pflanzen verlangt, genau wie fleckenlose Äpfel und anderen Unfug.

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