Der Sonntags-Blumenmarkt auf dem Kouter ( 3. Tag in Gent )

Der Kouter ist ein grosser Platz mitten in Gent, der schon seit dem Mittelalter als Pferdemarkt, Versammlungsort, Fest- und Paradeplatz diente und seit 1772 jeden Sonntag als Blumenmarkt. Die meisten umgebenden Gebäude stammen aus dem späten 19. Jh., aber es gibt auch ältere, wie beispielsweise der ältere Teil der Handelsbeurs, heute ein Konzertsaal, aber ursprünglich waren zur Handelsbörse unter der Leitung des Architekten Charles van Rysselberghe zwei Gebäude zusammengefasst worden, von denen das ältere der nach einem Entwurf des Architekten David ‚t Kindt zwischen 1738-1739 gebaute Hoofdwacht für das (damalige kaiserlich-österreichische) Militär war: in der Fotogalerie leicht erkennbar an dem militärischen Giebelschmuck, den man ohne dieses Wissen weder mit Handel noch Konzerten in Verbindung bringen würde.

Außer den vielen bunten Blume im Bund, im Topf oder noch als Zwiebeln, gibt es auf dem Markt auch Stände mit Erfrischungen, kleinen Speisen und einer Vielfalt an Getränken, sogar einen mit sehr alter Tradition: De Blauwe Kiosk, an dem man seit 1990 frische Austern und Champagner geniessen kann wurde schon 1885 als einer von 38 über die Genter Innenstadt verteilte normale Kiosken gebaut, die das übliche Sortiment aus Zeitungen, Tabakwaren, Ansichtskarten, Süssigkeiten etc. verkauften.
Verwirrenderweise auch als ‚Kiosk‘ bezeichnet fand ich den Pavillon vor der Handelsbeurs ; er ist 1878 nach dem Entwurf des Stadtarchitekten Adolphe Pauli gebaut worden. Im 19. Jahrhundert gab es in der Genter Innenstadt sechs solcher Musikkioske für Platzkonzerte, die damals sonntags und später auch mittwochs dargeboten wurden. Heute gibt es von ihnen nur noch zwei: am Kouter und im Citadelpark, und die Musik spielte bei meinem Besuch ein Akkordeonist mitten auf dem Platz.
Die Fotos sind vom Mittag des 23. August 2015 – zum Vergrössern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken!

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