Jonas am Prinsenhof, Gent

Was von weitem schockiert, weil es wirkt, als hätte jemand tatsächlich einen armen kleinen Jungen im blauen Anzug und mit viel zu grossen Schuhen draussen an eine Hauswand gehängt: das ist „Jonas“, ein Kunstwerk aus patinierter Bronze, H 120 cm und 2011 von der Genter Künstlerin > Sofie Mulller (*1974), die ihr Atelier in den ehemaligen Ställen bzw. dem Kutschenhaus untergebracht hat.
Das Haus mit der neoklassizistischen Fassade in der Prinsenhof genannten Strasse zwischen Zilverhof und Abrahamstraat steht unter Denkmalschutz, denn Teile davon gehen zurück auf die alte Prinzenhof-Residenz aus dem 15. Jh., während andere aus dem 18. und 19. Jh. stammen. 1858 kaufte der Architekt und (Glas-)Künstlers Jean-Baptiste Bethune das Haus als Wohnhaus und Werkstätte. Er war Mitbegründer der Sint-Lucasscholen, katholische Akademien für Kirchenkunst und Kunsthandwerk mit besonderem Augenmerk auf den gotischen Stil, deren erste 1863 in Gent eröffnet wurde.
Die Fotos sind am Vormittag des 22. August 2015 im Prinsenhof gemacht, in Gent – zum Vergrössern bitte anklicken.

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7 Gedanken zu “Jonas am Prinsenhof, Gent

    • Auch wenn man zu einem selbstgewählten Zeitpunkt beide Anliegen, wie das Eintreten gegen Verpestung der Lebenswelt und für die Belange unerwünschter und misshandelter Kinder unterstützen wollte, fühlt man sich irgendwie „überfallen“ und verstört. Vielleicht bezieht sich „Jonas“ auch lediglich symbolisch auf das An-den-Nagel-hängen-Müssen der Kindheit als wär’s nur ein Kostümwechsel – wer weiss?
      Interessant ist, dass diese beiden Kunstobjekte schwerer auf mein Gemüt wirken, als eine hundert Meter weiter auf der Strasse sitzende Bettlerin, bei der ich mich mit kleinen Münzen gleich besser fühlen konnte.
      An solchen Unterschieden merke ich, wie selbstbezogen und schlicht das menschliche Empfinden funktioniert, weil ich die Beeinträchtigung durch ein Symbol für grosse Mißstände wochenlang unvergessen mit mir trage, aber mich durch einen Tropfen auf den heissen Stein sofort befreit fühlte.

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    • Thank you, Geert. (-:

      I asked Christian and Kay, the hosts of ‚De Waterzooi‘ on Sint-Veerleplein, about this sculpture and they didn’t know – maybe the artist put it there just recently.

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  1. Der Gasmasken-Engel und der mit hängendem Kopf an die Hauswand gehängte Junge sind schon heftig für den Passanten und Zuschauer – aber auch ungewöhnlich, interessant sowie neugierig und nachdenklich machend.
    Wie weit (oder nah) liegen die beiden Kunstwerke auseinander?

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