Tacheles – andere Bilder von der Oranienburgerstrasse

Die trotzige Attitüde der Berliner Strassen-Gastronomie als Inszenierung eines Gegenentwurfs zum Wohlstands-Habitus hat ihre Entsprechung in der Kunst, z.B. in der Oranienburgerstrasse das ehemalige > Kunsthaus Tacheles.

Es handelt sich dabei um den Rest der 1909 fertiggestellten Kaufhausanlage Friedrichstadtpassage mit vielfältiger Folge-Geschichte (siehe Wikipedia-Link weiter oben). Das zwischen Teilabriss und Totalsprengung initiierte Hausbesetzer- und Kunstprojekt von 1990-2012 ist nach Verkauf des Geländes an eine New Yorker Finanzdienstleistungsgesellschaft und Räumungsklage verwaist. Auch die Graffiti-bemalten Hauswände gehören dazu, sie begrenzen die bereits abgerissene Fläche; die breitere Seite sieht man allerdings nur von der Friedrichstrasse aus, während ich den Giebel von einem Standpunkt in der Oranienburgerstrasse fotografiert habe.

Am Ende des Dornröschenschlafes soll ein neuer Gebäudekomplex unter Erhalt des Kunsthauses entstehen und daran wird, zumindest in der > Planung, gearbeitet. Bis dahin bleibt es beim morbiden Geisterbahn-Charme des Ist-Zustands.

Diese Fotos sind vom 28. Juli 2015 in Berlin-Mitte – zum Vergrößern bitte die kleinen Bilder anklicken.

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4 Gedanken zu “Tacheles – andere Bilder von der Oranienburgerstrasse

  1. Gastronomie und so auch Strassen-Gastronomie ist, so sehr sie sich auch als Gegenentwurf zum Wohlstand inszenieren mag, immer ein Zeichen von Wohlstand. Arme haben kein Geld, um essen zu gehen oder auch nur sich auf der Strasse etwas Eß/Trinkbares zu kaufen.

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    • Die Attraktivität einer Wohnadresse am anscheinend immer noch aktiven nächtlichen Strassenstrich hält sich vermutlich in Grenzen. Tafeln mit Ankündigungen zur Umgestaltung beispielsweise des Fernsprechamts Nord von 1926 in eine Arbeitsstätte für Kreative (oder so ähnlich formuliert) sind schon vorhanden,

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