Theatralisches an der Montbijoubrücke

Am Nachmittag des 28. Juli 2015 bin ich bei meinem Berlin-Bummel entlang des Spreeufers am Rande des Montbijouparks und beim Bode-Museum über die > Montbijoubrücke gegangen – zum Vergrößern die kleinen Bilder in der Galerie anklicken.

Der Montbijoupark trägt den Namen eines Barockschlosses namens ‚Monbijou‘, dessen im 2.Weltkrieg beschädigten Reste Ende der 50er Jahre abgetragen worden waren, und an dessen Stelle ein Park angelegt wurde, in dem die Familien in der Stadt ihre Freizeit verbringen konnten. Seitdem wurde der Park zwar auch umgestaltet, aber ist immernoch ausdrücklich der Freizeit im Grünen gewidmet.
Dazu passt auch das Theaterkonzept des > Montbijou-Theaters. Von Veranstaltungen des Montbijou-Theaters „in action“ habe ich zwar nichts mitbekommen, finde aber die Sommerveranstaltungskombination von Theater, Tanz und Strandbar unter freiem Himmel genial. Das aus Polen stammende alte Blockhaus dient dem Theater für das Programm der kalten Jahreszeit, es ist eine der beiden Märchenhütten.
Um wieder in Richtung Hotel an der Friedrichstrasse zu kommen, musste ich vom anderen Spreeufer wieder herüber kommen, über die Montbijoubrücke und die Nordspitze der Spreeinsel mit dem Bode-Museum am Kupfergraben:

Auch diese Brücke sieht nur so aus, als wäre es noch das 1905 fertiggestellte Original, aber jenes war am nördlichen Teil der Brücke Ende des Zweiten Weltkriegs von deutschen Truppen gesprengt und anschließend lediglich durch eine Behelfsbrücke mit einem Holzbohlenbelag ersetzt.
Die im Oktober 2006 eingeweihte, erneuerte Monbijoubrücke ist erst nach der deutschen Wiedervereinigung rund um einen stählernen Brückenkern aufgebaut worden, wobei zahlreiche Originalmaterialien verwendet werden konnten. Bei der Einweihungsfeier sprach die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer davon, die alte Montbijoubrücke sei als Bestandteil der Museumsinsel Teil „eines städtischen Bühnenbildes“ gewesen, und darum gehören diese Bilder mit denen vom Theater in einem Eintrag vereint. Die Brücke mit den Kandelabern, dem Fabeltier am bronzeverzierten Säulenfuss desselben und auch das vom kaiserlichen Hofarchitekten Ernst von Ihne entworfene und 1904 fertiggestellte klassizistisch-neobarocke Bode-Museum selbst, mit der steinernen Allegorie der Bildhauerei (Allegorien der Künste-Skulpturen von August Vogel und Wilhelm Widemann), der großen runde Kuppel und zum guten Schluss noch dem für die Ausstellung vom Sammlerglück werbende Banner, wirken ihrerseits ziemlich theatralisch und im Zusammenhang mit der zusammengetragenen Sammlung von antiken Kunstschätzen aus aller Welt wirkt das Wort vom „Sammlerglück“ auch etwas kritisch.

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5 Gedanken zu “Theatralisches an der Montbijoubrücke

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