Zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule – um und durch, hin und her

Hin und her zwischen dem Brandenburger Tor, und dem Grossen Stern, mit einem Schlenker zwischen Reichstagsgebäude und Bundeskanzleramt hindurch, am Schloss Bellevue und der Spree vorbei, einmal um die Siegessäule mit der schimmernden ‚Gold-Else‘ auf der Spitze und dann wieder durch das Grüne des Tiergartens und, am ‚Rufer‘ vorbei über die Strasse des 17. Juni wieder zurück – so ist in der Bildergalerie der Teil meines Besuchs um das Brandenburger Tor herum zusammmengefasst, den ich nicht selbst erlaufen habe, sondern zu dem ich glücklicherweise, auch wegen des zwischenzeitlichen Nieselregens, unter dem Dach eines Velo-Taxis herumgefahren wurde, wie in einem großen, bunten Osterei. Der Reihe nach:

Nachdem ich es mir am Brandenburger Tor im Velo-Taxi bequem gemacht hatte, …

  • … ging es auf der rechten Seite vom Platz des 18. März über den Simsonweg in den Teil des Großen Tiergartens, in dem die Regierungsgebäude stehen, also zuerst an der anderen Seite des Reichstagsgebäudes (Bild 1) vorbei … .
  • … um als nächstes einen Blick zu werfen auf das von den Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank geplante, 2001 fertiggestellte Bundeskanzleramt in der „Band des Bundes“ genannten Baugruppe in der Willy-Brandt-Straße (Bild 2). Mit den nierenförmigen Rasenflächen ergibt sich ein interessanter mehrdimensionaler Anblick mit spannendem Licht- und Schattenspiel, doch fände sich für das rostbraune ‚Kommunikations‘-Kunstwerk des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida ein weiter entfernter Platz, würde es mir besser gefallen. Wo es jetzt steht , stört es das Bild.
  • Überraschend still das dritte Foto: ein kleines Schiff auf der Spree, das nichts mit Tourismus zu tun hat.
  • „Die gepflegteste Rasenfläche Deutschlands“ nannte mein Taxipilot das Grün vor dem > Schloss Bellevue, dem Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten, und tatsächlich fuhr jemand im Nieselregen mit einem Mäher darauf herum. Im Auftrag des jüngsten Bruders von Friedrich II., Ferdinand von Preußen, nach Plänen von Michael Philipp Boumann im späten 18. Jh. gebaut, diente es dem Prinzen bis 1813 als Lustschloss, erfuhr danach eine wechselvolle Geschichte mit zahlreichen mehr oder minder gelungenen Umbauten bis zum Jahr 2006 – interessant zu lesen, aber zu viel an dieser Stelle.
  • Auf Bild 5 ist die > Siegessäule als Ganzes zu sehen, wieder mit einer Bronzeskulptur Göttin Viktoria, diesmal von Friedrich Drake gestaltet und vergoldet, darum auch „Goldelse“ genannt. 1864 Wurde die Säule errichtet, mehrfach umgestaltet, und was von weitem wie bildhauerisch gestalteter und vergoldeter Ornamentschmuck zwischen den Kannelierungen wirkt, sind tatsächlich in drei Kriegen erbeutete Kanonenrohre. Etwas ‚out of time‘ heutzutage, aber unter Denkmalschutz und so bleibt es der Berliner Loveparade und der kreativen Phantasie überlassen, hier assoziative Umdeutungen zu bewirken.
  • Auf dem nächsten, dem sechsten Bild ist der Sockel der Siegessäule mit dem farbigen Glasmosaik zu sehen, das nach einem Karton des Malers Anton von Werner , wie von Kaiser Wilhelm I. gewünscht, die Reichseinigung als Folge des Sieges über Frankreich darstellt.
  • Trotz Regenwetters gab es Besucher, die von der Möglichkeit Gebrauch machten, die Säule von Nahem zu besichtigen und die Aussicht von oben auszuprobieren, wobei sie wiederum zum Sightseeing-Motiv wurden, wie Gestrandete auf einer Insel (Bild 7).
  • 8. Der Berliner Student mit dem Velo-Taxi war ein guter Fremdenführer und verstand, originelle Wege zu nehmen: um die Skulptur des ‚Rufers‘ ist er zum besseren Ansehen zweimal quer über die Straße herumgefahren, weil die sechsspurige „17. Juni“ gerade eine ruhige Phase hatte. Der Berliner ‚Rufer‘ ist einer der Abgüsse, die vom Bildhauer Gerhard Marcks nach dem Original in Bremen von 1966 für verschiedene Standorte in der Welt gemacht wurden. An dieser Stelle auf der Strasse des 17. Juni, wo er seine Botschaft seit Mai 1989 in Richtung des Brandenburger Tors und die damals noch deutsch-deutsche Grenze ruft, erinnert er mich an die 17. Juni-Tage, an denen meine Eltern mit uns zum Elbdeich „Grenze gucken“ gefahren sind.
  • Auf dem neunten Foto sieht man schon wieder das Brandenburger Tor, links dahinter und wie so oft, den Fernsehturm, …
  • … und es hatte wieder aufgehört zu regnen; der Steel Pan-Spieler musizierte immer noch vor der Einmündung des Simsonweges in die Ebertstrasse bzw. den Platz des 18. März davor (Bild 10).
  •  

    Fotos vom Vormittag des 28. Juli 2015 in Berlin-Mitte. Zum Vergrößern bitte die kleinen Bilder in der Galerie anklicken, für mehr Information die mit “>” gekennzeichneten (und derzeit rot geschriebenen) Links mit der Maus anfahren und bei Interesse anklicken.

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    2 Gedanken zu “Zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule – um und durch, hin und her

    1. Hier hast du viel für mich Neues und Überraschendes gesammelt zu Berliner Sehenswürdigkeiten, von denen ich eigentlich glaubte, das Wichtigste und Interessanteste schon zu wissen. Gut gemacht!
      Und Velo-Taxi scheint mir eine ganz gute Alternative zum Selbst-er-radeln einer Stadt zu sein …

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