Ein Bild vom ‚Bundesrat‘ machen …

2015-07-28 BERLIN-Tage 207GrauRot Leipzigerstrasse Bundesrat

Das Grundstück in Berlin-Mitte, Leipziger Straße 3, auf dem das Preußische Herrenhaus in dieser heutigen Form steht, hat neben seiner politisch-parlamentarischen auch eine ältere, kulturhistorisch interessante Geschichte, die Seide, Porzellan und Musik auf diesem Platz verbindet:

… in der Leipziger Straße 3 befand sich zunächst ein 1735–1737 für Heinrich von der Groeben erbautes Palais, das 1746 von der Königlichen Kommerz- und Manufakturkommission erworben und an Antoine Simond zum Betrieb einer Seidenmanufaktur vergeben wurde (Simonsche Seidenfabrik). Diese wurde 1750 von Johann Ernst Gotzkowsky übernommen, der auch das auf dem Nachbargrundstück Nr. 4 um 1735 für Christian Friedrich von Aschersleben erbaute und 1740 an Gedeon le Duchat de Dorville weiterverkaufte Palais 1761 erwarb und eine Porzellanmanufaktur errichtete, die ab 1763 als Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin weitergeführt wurde.
Das Gebäude Nr. 3 erwarb 1778 Carl Friedrich Leopold Freiherr von der Reck und von 1825 bis 1851 war es dann im Besitz der Familie Mendelssohn Bartholdy, die es in ein repräsentatives Wohngebäude umbauen ließ. In diesem Adelspalais soll Felix Mendelssohn Bartholdy seine Musik zum Sommernachtstraum komponiert haben. 1856 erwarb der Staat das Gebäude für die Unterbringung des Herrenhauses des Preußischen Landtages. Von 1867 bis 1870 tagte dort auch der Reichstag des Norddeutschen Bundes. Für den Reichstag des Deutschen Kaiserreichs wurde 1871 das Gebäude auf dem Nachbargrundstück Nr. 4 in nur viereinhalb Monaten zum provisorischen Sitzungsgebäude umgebaut, 1874 um ein Stockwerk erhöht und bis 1894 als solches genutzt.
Im Jahr 1898 wurden beide Gebäude abgerissen, um dem Neubau des Herrenhauses Platz zu machen. Dieser wurde vom Architekten Friedrich Schulze geplant und im Jahr 1904 fertiggestellt. Er wurde nördlich des Gebäudes für den Preußischen Landtag errichtet, das 1892 bis 1898 durch denselben Architekten gebaut worden war
.“
(Quelle > Wikipedia „Preußisches Herrenhaus“)

Bis 1918 diente das abgebildete Preußische Herrenhaus der ersten Kammer des Preußischen Parlamentes gleichen Namens, dann wieder seit 1993 dem Abgeordnetenhaus von Berlin, und ab dem Jahr 2000 als Sitz dem deutschen Bundesrat.
Das Foto ist vom Vormittag des 28. Juli 2015.

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8 Gedanken zu “Ein Bild vom ‚Bundesrat‘ machen …

    • Es sind die Verdichtungen von geschichtlichem (Schul- und sonstwie angelesenem) Wissen, die endlich verortet werden konnten, die mich daran faszinieren, Wenn du noch einen solchen persönlich-biographischen Bezug herstellen kannst, ist das ein Sahnehäubchen obendrauf.
      Persönlichen Familienbezug habe ich in meinem Erinnerungskästchen nur durch ungemütlichere Anekdoten. Ich bin bei diesem Besuch darauf gekommen, dass es vermutlich früher nicht nur die schwierigen Reisebedingungen bei der Erreichbarkeit der Stadt waren, sondern ein durch die Älteren in der Familie schweigend vermitteltes tabuartiges Vermeiden..

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  1. Die Geschichte des Bauplatzes und des Gebäudes ist doch noch abwechlsungsreicher und interessanter als ich dachte. Man müsste sich eigentlich bei noch viel mehr Bauwerken damit beschäftigen (oder es angeboten bekommen, wie hier von dir 🙂 )

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