Noch ein paar Worte zum Kunigundenkraut – Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

So ergab es sich, dass ich zu dem verlinkten Artikel > Verschiedenförmig | puzzleblume einen so langen Kommentar schrieb, dass er ebensogut ein Blogeintrag sein kann.

zalp schreibt 2015/08/04 um 0:12 :
Der Wasserdost (bei uns öfter “Kunigundenkraut” genannt) ist hier in der Landschaft häufig, in Gärten – leider – selten. Er gilt für viele als “Unkraut” …

Antwort – puzzleblume schreibt 2015/08/04 um 7:42 :
Hier in meiner unmittelbaren Umgebung ist er aus der Landschaft seit der Flurbereinigung in den 70er Jahren und dem (Milch-)Bauernsterben der letzten Jahrzehnte mit der Umstellung auf intensive Feld- statt Mischwirtschaft verschwunden.

Vor zwei Jahren noch gab es eine durch Wegrandmähen auf der einen und Pflügen auf der anderen Seite immer kleiner werdende Stelle in der Nähe des Kanals, der aber mein Garten damals schon an Anzahl von Wasserdostblüten überlegen war. dennoch war es eine sichere Schmetterlings-Stelle (siehe Bild unten).
Dann kam der Landwirt auf die Superidee, seine übrigen plastikummantelten Rundballen dort abzulagern – weil’s eh nur Unkraut ist.
Für die meisten Landwirte ist alles Unkraut, das man nicht verkaufen oder selbst essen kann – dass der Faktor Futter dann auch wegfällt, macht die Lage für die Natur noch schlimmer. Da ist das Sauerland vermutlich aufgrund der Landschaftsstruktur noch im Vorteil.

‘Kunigundenkraut’ habe ich gelesen, aber hier nicht gehört, wie es überhaupt eine Eigenart der ländlichen Region ist, dass “normale leute” ohne Interesse an Heilkräutern und Botanik keine Namen für Pflanzen und Tiere kennen,
Dann wundert es auch nicht, wenn (Jakobs-)Greiskraut mit Johanniskraut verwechselt wird: wenn man Gesprächen lauscht, ist dem konservativen Landwirt alles “Kraut” und kann weg.

Meine Pflanzen im Garten sind Nachfahren von Wasserdoststauden, die ich zusammen als Kind mit meiner Mutter im Bollerwagen für den damaligen Gartenteich nachhause gebracht habe, noch vor der Flurbereinigung. Ein weiteres pflanzliches Souvenir mit erstaunlicher Überlebenskraft.

Wer es für seinen Garten kaufen möchte, das Kunigundenkraut oder andere Sorten Wasserdost, kann das tun. Mein Lieblingsversender für Kräuter und Wildstauden aller Art sitzt im Allgäu, in Illertissen.
Es gibt weitere Farben, Höhen, Blütezeiten, die scheinen aber sämtlich durstiger zu sein als die ‘wilde Kunigunde’, die auch mit Trockenheit zurechtkommt.,
Weil WordPress im Nichtbezahlblog aber bei Werbung unglaublich streng ist, bleibt hier der Link weg. Google findet es auch so.

Wasserdost Eupatorium cannabinum mit Gemeiner Waldschwebfliege Volucella pellucens – und Grossem Kohlweissling Pieris brassicae im Hintergrund – in der Nähe des Königshorster Kanals bei Banneick am 16. Juli 2012

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7 Gedanken zu “Noch ein paar Worte zum Kunigundenkraut – Wasserdost (Eupatorium cannabinum)

  1. Wir haben im Garten eine Fläche, auf der sich Dost über die Jahre angesiedelt und ausgebreitet hat und auf dessen Blühen ich mich jedes Jahr freue. Es ist d i e Pflanze, die Insekten anzieht und nährt.
    Außerhalb unseres Gartens kenne ich 4 Stellen, an denen ich die Pfanze, je nach Mähsituation, antreffen kann.

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  2. Oh, das sehe ich ja jetzt erst. Dankeschön für die Referenz zu meinem Blog! 🙂
    Den Wasserdost – den ich wegen seiner relativen Häufigkeit bei uns wohl,quasi als „nichts so Besonderes“, etwas wenig beachtet hatte – schätze ich nach deiner „Kunigunden-Serie“ nun auch immer höher ein 🙂
    Viele Grüße,
    Christoph

    Gefällt 1 Person

  3. Meine Zuneigung zum Wasserdost ist entstanden wie ein Bratkartoffelverhältnis, ein „Umzu“ : es ist so wunderbar geliebt von den Insekten, dass man es wegen dieser Anziehungskraft schätzen lernt und durch das Betrachten der Insekten zum genaueren Hinsehen und Entdecken der Schönheit der kleinen Blüten findet.
    Dann gibt es eine Phase des Verblühens, die jetzt, mitten im August, bereits begonnen hat, wo die Dolden unansehnlich verbraunen, aber um der immer noch kommenden, wenn auch weniger gewordenen Tiere lasse ich es stehen, was gut ist, denn im September sieht es mit seiner gereiften Samenstand-Puscheligkeit wieder so hübsch aus, dass ich es gar nicht mehr herunterschneiden mag, sondern bis zum kommenden Frühjahr als Schutz für Vögel und Insekten stehen lassen werde.

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