Blassrotorange mit leuchtendem Gold … – ‚Bahnwärter-Taglilie‘ u.a.

… von Feldmohn, einer sich öffnenden Taglilien-Blüte, Orangerotem Habichtskraut und goldgelber Sonnenbraut, mit Fleckchen motzigen Purpurs der Vexiernelken, die sich überall dazwischendrängeln und mit ihrer leuchtenden Farbe jede Ansicht auf wie ein Gewürz beleben. Darin sind sie sogar noch dem Feldmohn und dem Österreichischen Habichtskraut überlegen. Zum Vergrößern bitte anklicken:

In diesem Frühjahr, Mitte April, fand ich am Wegrand offensichtlich ausgejätete und weggeworfene Jungpflanzen. Experimentierfreudig setzte ich die frühlingszwiebelschmalen Findlinge mit lediglich zwei bis vier langen, hellgrünen Blättern in ein noch freies Beet, wo es ihnen offensichtlich schnell gefiel, denn sie waren nicht nur rasch angewachsen, Anfang Juni hatten sie auch schon jede einen schlanken Stängel mit Knospen getrieben und am 29. Juni, auf den Fotos oben, zeigten sie erstmals ihre Gesicht: mattorangefarbene Taglilien Hemerocallis mit gelber Mitte. (Die Blätter im Hintergrund der Lilienblüten gehören aber einem Pfirsichbäumchen.)
Durch einen glücklichen Zufall (und neugierigem Stöbern nach Blogs, die ich noch nicht gesehen habe), habe ich heute gelernt, dass meine gelbroten Findel-Taglilien im Volksmund auch ‚Bahnwärter-Taglilien‘ genannt werden und botanisch Hemerocallis fulva.
Bei Wikipedia zur Gelbroten Taglilie fand ich dann weiters: „Im 17. Jahrhundert wilderte die Kulturvarietät ‚Europa‘ in England aus, breitete sich im restlichen Europa und, nach ihrer Einfuhr dort Ende des 19. Jahrhunderts, auch in Nordamerika aus. In ganz Deutschland mit Ausnahme küstennaher Standorte, sowie in Österreich ist sie wild wachsend vereinzelt zu finden.“
Ah, das erklärt’s, wie es kommt, dass ich sie auch im österreichischen Burgenland auf dem Neusiedler Kalvarienberg in der Brache zwischen den Weingärten fand und Ableger mitnahm in den Garten. Ich mochte sie in meinem Garten sehr, wegen ihrer Farbe, des unermüdlichen Blühens und ihrer Beliebtheit bei den Insekten, mehr als die gekauften Tagliliensorten. Ab und zu ging ich auch in spätere Jahren die Pflanzen auf dem Berg besuchen, weil ihre Wirkung im hohen Gras ganz anders und sehr schön ist. Man kann beides auf den unteren Fotos sehen: Taglilien am Neusiedler Kalvarienberg, 1. Juli 2010 links, und rechst daneben die Nahaufnahme mit Krabbenspinne und Schwebfliege, 2007 im Garten, Neusiedl am See, beide im österreichischen Burgenland aufgenommen – auch die zum Vergrößern bitte anklicken.

21062008-NDG-011-Taglilie-Schwebfliege.jpg

 

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4 Gedanken zu “Blassrotorange mit leuchtendem Gold … – ‚Bahnwärter-Taglilie‘ u.a.

  1. Das war dann ja ein ganz besonders überraschender und erfreulicher Neuzugang im Garten. Der Name Bahnwärter-T. hat vielleicht mit der Ausbreitung (zunächst) entlang von Schienenstrecken/Bahndämmen zu tun …?

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    • Möglich wäre es, dass es eine Ausbreitung besonders entlang der per Bahn erreichbaren Gebiete verzeichnet hat. Dass sie so „von selbst“ wachsen, kann eigentlich mit dem Bahnwärtertum früherer Zeiten nicht erklärt werden, denn die hatten schließlich nicht nur Zeit für ihre Beete, sondern auch Dünger. Möglicherweise ist es dennoch eine etwas verächtliche Bezeichung von „besseren“, gelernten Gärtnern für Gartenergebnisse von Männern, die man um die Zeit des Aufblühens des Bahnwesens im ausgehenden 19. bzw. beginnenden 20. Jhs. für nicht wirklich kompetent in Sachen Gärtnerei (oder einer anderen) hielt, die aber dennoch erstaunliche Gärtchen an ihren kleinen Bahnwärterhäuschen hatten.

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