Vom Poble-sec durch die (ehemaligen) Gärten von Sant Bertran, die Treppen des Herrn Forestier hinauf zum Montjuïc und dann hinuntergesehen

Früher waren die Hortes de Sant Bertran ein Garten- und Obstanbaugebiet zwischen dem alten Barcelona auf der einen und dem bis 1897 eigenständigen Ort Sants auf der anderen Seite des Berges. Dann siedelte sich nach und nach Industrie an zwischen der südwestlichen Stadt und dem Berg Montjuïc, so dass die „Gärten“ als beliebtes Ausflugsziel des städtischen Bürgertums für Picknicks und Feiern in Bedrängnis gerieten.
Gerade noch rechtzeitig kam zur Jahrhundertwende die Weltausstellung von 1888 und auch gleich darauf schon die Planung für die nächste (1929), und so wurde der Berg gezielt urbanisiert und zum Aussichtspunkt über die großartigen baulichen Errungenschaften der Stadt Barcelona umgestaltet. Dazu wurde Jean Claude Nicolas Forestier herangezogen, ein weltberühmter Landschaftsgärtner aus Frankreich, der in Barcelona schon zuvor in zahlreichen Projekte der Stadt einbezogen worden war, unter anderem auch in die Gestaltung des Parcs de la Ciutadella u.a.m. – und so wurde der Montjuïc „weltausstellungsfein“ gemacht.

Der angenehm gestuften Aufgang den Berghang hinauf, die Escales de Forestier, wurden nach dem Gestalter benannt. Mit jedem Schritt, den man an Höhe gewinnt, wird auch der Ausblick auf den Hafen und die Stadt immer interessanter. Unterwegs schwebt auf einmal die Hafenseilbahn Teleférico de Montjuïc ungewohnt nah an einem vorüber, ihrem Ziel auf dem Montjuïc entgegen, und ungewöhnliche Pflanzen begleiten den Weg.

Die einzelnen Etappen bieten immer wieder Stationen, von denen man hinuntersehen und Ausschau halten kann nach bekannten Gebäuden. Auch heutzutage, wo andere markante Punkte den Blick fangen als vor etwa hundert Jahren, nun, wo alles wesentlich dichter bebaut ist, als zu Zeiten der Weltausstellung von 1929, kann man sich vorstellen, dass die damaligen Betrachter beeindruckt waren von den Türmen der Kirchen (auch die Baustelle der Sagrada Familia hatte damals schon erste hohe Türme), der Kolumbussäule und den imposanten öffentlichen Gebäuden, die zu jener Zeit besser sehen waren als heute, wo moderne Hochhäuser den Blick fangen; aber ein Blick über den Hafen, die Linie des Küstengebirges, der Serra de Collserola dahinter – all das war sicherlich damals schon sehr beeindruckend.

2015-04-12 Barcelona IMG_2550 12h27 Stadtpanorama von der Forestier-Treppe zum Montjuïc
2015-04-12 Barcelona IMG_2554 12h28 Stadtpanorama von der Forestier-Treppe zum Montjuïc
2015-04-12 Barcelona IMG_2536 12h21 Stadtpanorama von der Treppe zum Montjuïc

Es sind viele Gebäude, die ich in bisherigen Blogeinträgen gezeigt hatte, wiederzuerkennen, sie beim Namen zu nennen und gar noch zu verlinken ist mir aber zu mühsam – ich verlasse mich auf euer gutes Gedächtnis.
Noch weiter von oben herunter hat man diesen Blick oberhalb der Küstenstraße Ronda Litoral (von meinem Sohn fotografiert):

2015-04-12 Barcelona 12h20 Escales de Forestier Panorama LB

Der Hafen der Fähr- und Kreuzfahrtschiffe heißt Moll de Sant Betràn, der Frachthafen Moll de Sud.

Die Jardins de Mossèn Costa i Llobera am Berg Montjuïc sind das nächste und letzte Ziel meines Ausflugs nach Barcelona und bekommen wieder einen eigenen Platz für sich. Auf dem letzten Foto ist bereits die Straße zum Flughafen zu sehen.
Die Bilder in diesem Artikel sind zum Teil beim Hinauf- zum Teil beim Hinuntergehen auf den Escales de Forestier gemacht, mittags bis nachmittags am 12. April 2015 in Barcelona.

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3 Gedanken zu “Vom Poble-sec durch die (ehemaligen) Gärten von Sant Bertran, die Treppen des Herrn Forestier hinauf zum Montjuïc und dann hinuntergesehen

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