Església de la Mare de Déu de Betlem – Rambla dels Estudis, Barcelona

Was der Besucher nur als eine lange Promenade empfindet, heißt auf Spanisch „Las Ramblas“, in Katalan „Les Rambles“ im Plural, weil die etwa eineinviertel Kilometer lange Strecke im Zentrum von Barcelona, welche die Plaça de Catalunya mit dem Hafen verbindet, in Abschnitte unterteilt, verschiedene Namen trägt. Derjenige Abschnitt der Ramblas, auf dem die Fotos der letzten Einträge gemacht wurden, heißt nach dem ehemaligen Konvent Sant Josep, der auch der Markthalle Mercat de la Boqueria de Sant Josep den Namen gegeben hat: La Rambla de Sant Josep, auch manchmal Rambla de las Flores genannt, weil auf diesem Teil der Promenade traditionell Stände mit Blumen ihren Verkaufsplatz haben.

2015-04-10 Barcelona IMG_1980 La Rambla Kirche

2015-04-10 Barcelona IMG_1982A La Rambla Kirche
An der Straßenecke, wo die Rambla de Sant Josep an der Einmündung der Carrer del Carme endet, habe ich die Laterne am Palace de El Reloje fotografiert:
> La Rambla de Sant Josep – Laterne an der No. 105.
Dort hätte ich aufmerksamer sein sollen, um das gerade im grauen Schatten liegende barocke Portal der Kirche > Església de la Mare de Déu de Betlem zu bemerken. Stattdessen ließ ich mich von der in der Sonne liegenden, lebhafteren Umgebung ablenken von dem etwas finsteren Eingangsbereich mit den beiden lebensgroßen, elegischen Figuren, Sant Francesc de Borja (Francesc de Borja i d’Aragó) rechts und Sant Ignasi de Loiola (Íñigo López de Loiola) links. Erst in der Sonne fielen mir das geschmückte Seitenportal und die kleinen Schmuckdächer unter den passend frühlingsgrünenden Platanen entlang der sonnenbeschienen Rambla dels Estudis auf.
Das heutiges Aussehen entspricht nicht mehr dem barocken Erscheinungsbild von 1680, denn nach einer politisch motivierten Brandstiftung während des Spanischen Bürgerkrieges 1936 wurde die – bis dahin als schönstes barockes Gebäude geltende – eingestürzte Kirche erst später wieder aufgebaut und erst 1997 in die Liste schützenswerter Kulturgüter aufgenommen.
Die politische Sensibilität läßt sich heute noch in den Beschreibungen der Chronik ablesen: Wegen der meisten Bilder und informativsten verlinkten Artikel empfehle ich, zuerst den Viquipèdia-Eintrag in Katalan anzusehen > Església de Betlem
Nicht nur, dass ich am Portal vorbei gerannt bin, ich habe auch die viel jüngere Seitentür fotografiert, eine „Nachbildung“ der ersten (El Niño Jesús, Francesc Santacruz i Artigues von 1690), näher zum Hauptportal gelegenen. Die zweite Seitentür wurde 1906 über die Familie Barba durch den Architekten Enric Sagnier i Villavecchia ausgeführt, zeigt Johannes den Täufer (San Juan Bautista niño) mit der lateinischen Inschrift: „inter natos mulierum, non surrexit maior Ioanne Baptista“ (Matthäus-Evangelium Kapitel 11, Vers 11).

Ja, ein anständiger Tourist hätte einen Fremdenführer zur Hand gehabt, wäre von ihm hundertmeterweise geleitet worden, dann passiert so etwas nicht, aber ich bin trotzdem lieber so durch die Gegend gezottelt. – Meine Fotos sind vom 10. April 2015, vormittags in Barcelona. Alle Bilder zu diesem Artikel hintereinander ansehen > hier klicken

Advertisements

6 Gedanken zu “Església de la Mare de Déu de Betlem – Rambla dels Estudis, Barcelona

Über Kommentare freue ich mich | thank you for your thoughts!

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s