„Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern,“ lautet ein Aphorismus von Gabriel Laub

Ich habe vor kurzem den umgekehrten Weg eingeschlagen, und mir nach Jahren mit dem Dampfdruck-Schnellkochtopf einen Langsamkochtopf angeschafft.
Genau genommen kam nicht nur einer, sondern eine ganze Topf-Familie ins Haus, in verschiedenen Größen, aber derselben schönen Farbe, die sich auf Spanisch „berenjena“ nennt und in Frankreich „aubergine“, in einem schönen, braunstichigen Dunkelviolett emailliert, allerdings nur außen.
So ein „Langsamkochtopf“ ist nämlich ein schwerer, gusseiserner Dinosaurier mit einem rustikalen schwarzen Inneren, sogar ein bratapfelkleines Baby mit einem Durchmesser von rund elf Zentimetern hat beachtliche achthundert Gramm Gewicht. Auf den Bildern unten ist allerdings „der Dicke“ zu sehen, der mit seinem mehr als vier Liter umfassenden Inhalt eine ganze Familie an mehr als nur einem Tag satt bekommen könnte.

2015-02-01 LüchowSss Küche Baumalu-Gusseisen-Lieblingskochtopf+Silikontopfhandschuh-Schweinchen

Ich war schon früher Liebhaberin von Garen in Gusseisen, besitze auch noch einen alten schwarzen Topf meiner Mutter. Bei dem kann der Holzgriff abgeschraubt werden, damit man ihn in den Backofen stellen kann, aber leider ist er etwas klein und hat einen gedrehten Boden, mit Rillen also, in denen leichter etwas ansetzen kann. Trotzdem mochte ich auch da den unnachahmlichen, an Oma’s Küche erinnernden Geschmack der darin zubereiteten Speisen.
Als ich die auberginefarbenen Töpfe entdeckte, verliebte ich mich sofort und kaufte sie hemmungslos, weil preisreduziert (vielleicht waren sie das wegen der Modefarbe).
Vor dem ersten Benutzen habe ich sie mit etwas Speiseöl darin auf dem Herd langsam erhitzt.
Ich habe einen Induktionsherd, da lautet der Ratschlag, generell auf die Power-Möglichkeit zu verzichten, aber es geht auch so recht zügig: so reicht bei dem Vorgang eine Einstellung im unteren Drittel, damit man auch Zeit hat, das wärmer werdende Öl mit einem Backpinsel auf allen schwarzen Flächen zu verteilen: dem Topfboden, den Seiten, dem oberen Topfrand, der Deckel-Innenseite und dessen Rand.
Dann lässt man den Topf abkühlen und wischt das überschüssige Öl anschließend z.B. mit Küchenkrepp heraus. Der gusseiserne Topf setzt später beim Kochen ebenso wenig an wie ein moderner, beschichteter Topf.
Da macht es gar nichts, dass diese Töpfe nicht in die Spülmaschine sollen! Auch wenn das teilweise sogar auf der Verpackung steht: das ist wegen der Rostgefahr weder gut noch überhaupt notwendig, denn sie lassen sich, vor allem, wenn noch warm, mit heißem Wasser ausspülen und ohne fettlösende Spülmittel vollkommen reinigen. Ansonsten soll man den Vorgang von „vor der Erstverwendung“ wiederholen, damit das Öl wieder das Eisen versiegeln kann.
Fleisch darin braun anzubraten geht wunderbar. Man braucht erstaunlich wenig Fett, es löst sich gut.
Man sollte dabei bedenken, dass diese Töpfe zum langsamen Schmoren und Schmurgeln gemacht sind, nicht zur schnellen Zubereitung. Aber wer Zeit hat, um zu kochen, muß solche Töpfe lieben. Bei sehr geringer Energiezufuhr auf dem E-Herd oder im Ofen kann man auch mal ein Stündchen weggehen und etwas anderes tun: man braucht nicht dauernd umzurühren.
Diese Töpfe sind Schwergewichte und die Griffe an den Seiten relativ klein, als eiserne Teile des ofengeeigneten Topfes werden sie sehr heiß. Darum verwende ich Silikon-Topf“lappen“ / -Handschuhe statt der altgewohnten gesteppten Baumwolllappen und -handschuhe, die sind weniger dick. Das Gefühl, den Griff sicher zu halten, ist mit ihnen deutlicher zu spüren. Auf den Fotos ist eines meiner pinkfarbenen Schweinchen zu sehen.

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30 Gedanken zu “„Unser Leben ist viel schwerer als das unserer Vorfahren, weil wir uns so viele Dinge anschaffen müssen, die uns das Leben erleichtern,“ lautet ein Aphorismus von Gabriel Laub

  1. Ich hab nur einen und zwar einen Bräter und in Blau 😉 Braten bzw. schmoren ist wirklich toll in diesem Unikum – weil es halt so schwer ist- ich hab den mal von meiner Mum bekommen und für uns reicht der grad aus.

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    • Das ist ein tolles Geschenk, finde ich, auch weil man damit immer so ein bewußtes Gefühl hat, etwas Besonderes zu kochen. Anders, irgendwie fast feierlicher, als TK-Kost mal eben in die Mikrowelle zu schubsen. Da hat man auch Zeit, an den zu denken, von dem man den Topf bekommen hat.

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  2. Hab vor drei Monaten auch wieder meine gußeiserne Pfannen rausgeholt und die Haftfreie entsorgt. Mittlerweile krieg ich Rühreier, Spiegel und Fleisch ohne Probleme hin, aber mit den Bratkartoffeln steh ich noch auf Kriegsfuß, auch Bratnudeln ist nicht ohne. Aber gemach. Am besten gefällt mir immer noch mein gußeiserner Wok. Reinigen tu ich ab und an auch mit heißgemachtem Salz, geht gut.

    Aber bei all den Veganern im Landkreis muß du aber achtgeben, welche Leut du in dine Pött kucken läßt, ts, ts, ts…

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    • Das mit den Wendland-Veganern scheint ein überregionaler Witz zu sein, davon hat mein in LG studierender Sohn mir auch schon erzählt, aber in meinem eigenen Aktionsradius ist alles in Butter. ^^

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    • Gewohnheiten von leichtgewichtigen Gegenständen lassen einen das Gewicht tatsächlich heftig spüren. Ich lege eine weiche Unterlage in die Spüle und stelle ihn darauf ab, den Topf.

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