Fachwerk und Neogotik in der Goldenen Aue: Roßla am Südharz

Am Morgen des 14. August 2014 war der Regenspuk vorbei, der Himmel blau, die Sonne verwandelte alle Ansichten, als hätte ich diese am Tag zuvor gar nicht gesehen. Darüber war ich sehr froh, denn eigentlich hatte ich ein paar Punkte auf dem Zettel, die ich mir gern noch angesehen hätte, zu denen ein Stück zurück gefahren werden mußte: wegen meiner familiengeschichtlichen Neigung wollte ich einige Dörfer am Fuß des Kyffhäusers besuchen, und aus rein touristischer Neugier – wenn schon mal da – auch hinauf fahren zum Kyffhäuser-Denkmal, aber davon später.
Diese Fotos hier sind in Roßla fotografiert, wo ich spontan einen Parkplatz in der Nähe der Kirche suchte, weil mir deren Turm schon von weitem im Sonnenlicht aufgefallen war – zum Vergrößern bitte anklicken:

2014-08-14 8h15 Rossla (Südharz) 01-18 page2

Roßla, eine Gemeinde im Landkreises Mansfeld-Südharz, Sachsen-Anhalt, in der Goldenen Aue am Flüßchen Helme gelegen, wirkte insgesamt an diesem Morgen anziehender als am vorigen Abend, wenn auch ziemlich melancholisch. Dass werktags die meisten Erwachsenen berufsbedingt aus dem Stadtbild verschwunden sind, hatte vielleicht auch Einfluss auf den Eindruck, aber ich denke doch, dass dafür eher der ins Auge fallende Eindruck von Vergänglichkeit verantwortlich ist: die neogotische Kirche, die mit Auftrag des Grafen Carl Martin von Stolberg-Roßla von 1868-1873 nach Plänen des in Wien verstorbenen Kölner Baumeisters Ferdinand Wendeler gebaut worden ist, hat zwar einige schöne Elemente, zeigt aber unübersehbare Anzeichen von Verfall, genau wie sämtliche umgebenden Gebäude, das in Gemeindebesitz befindliche, und zu verschiedenen Zwecken genutzte Schloss einschließlich; vom Schloß ist ein Eckchen im Hintergrund unten rechts zu erkennen.
Was mir in positiver Erinnerung bleiben wird (wieder ein Foto, das ich nicht gemacht habe), war der Würstchen-Erwerb in einer kleinen Metzgerei in der Nähe von Schloss und Kirche, nur wenige Quadratmeter Ladenraum mit der klassischen Einrichtung, die nur in Fliesen, Glas vor der Auslage, hängenden Mettwürste und Schinken bestand; laut Angabe war alles hausgeschlachtet, nicht aus dem Großhandel zugekauft, und so neumodischen Kram wie Heiße Theken und fertig belegte Brötchen gab es nicht. Aber, so erklärte mir die Metzgersfrau, sie würden mir Mett-Brötchen machen, wenn ich die vorher beim Bäcker gegenüber kaufe und mitbringe. Mir gefällt das so pur und entschleunigt, und Bongo liebte ihre Würstchen.
Fotos vom 14. August 2014 in Roßla / Südharz, morgens zwischen acht und Viertel nach acht.

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