Etwas mit Zügen in Niederbayern:

„Der unbekannte Dichter des Nibelungenliedes beschreibt um das Jahr 1200 Plattling als den Mittelpunkt des Nibelungenzuges, der von Worms nach Esztergom führt und in Plattling Bischof Pilgrim auf seine Nichte, die Königin Kriemhild, treffen lässt. Dieses Zusammentreffen wird vom Dichter des Nibelungenliedes im größten mittelalterlichen Heldenepos, dem „Nibelungenlied“, aufgenommen. Die Gastfreundschaft der Plattlinger war damals schon so groß, dass der Dichter schrieb: „Dort zu Pledelingen schuf man ihnen Ruh / das Volk allerthalben ritt auf sie herzu / man gab was sie bedurften, williglich und froh / sie nahmen es mit Ehren, so tat man auch bald anderswo“, übersetzt von Otto v. Simrock (Strophe 1293/95 in der 21. Aventüre der Handschrift B und XXI Strophe 1324 C).“ (Webseite > www.plattling.de )

… umgekehrt kamen Bongo und ich am frühen Abend des 11. August 2014 von Ungarn her in Plattling an, um die Gastfreundlichkeit eines Hotels dort in Anspruch zu nehmen.

Sogar Kriemhild und der Bischof Pilgrim waren vor Ort, wenn auch nicht leibhaftig, sondern in Gestalt von Kunstwerken, die im Jahre 2012 von einem Künstler-Symposium mit dem Thema „Der unbekannte Dichter des Nibelungenlieds“ geschaffen worden waren und die später ihren heutigen Platz entlang der Plattlinger Bahnhofstraße fanden; bitte zum Vergrößern die kleinen Bilder anklicken:

Die gezeigten Werke sind von Maximilian Haller, Katrin Gschwendtner, Remo Leghissa, Ulrike Ströbele, Roger Löcherbach, Korbinian Huber, Tom Kus, Michael Lauss, Rike Scholle mit Eduard Deubzer, Robert Hübner, Gabi Hanner.
Mich sprachen besonders die gezauste Kriemhild und der symbolisch in Rahmen und Glas gefasste, stetige (Wort-)fluss des Dichters an, sowie der hingestreckte Bischof im Kettenhemd. Mehr Information zu Skulpturen und Künstlern > LINK.
Als verwirrend empfinde ich, dass in der selben Reihe mit diesen dem Nibelungen-Thema gewidmeten Kunstwerken eine weitere plastische Figur mit Schrifttafel platziert steht: das Laus-Denkmal aus dem Jahre 1915, das an die Entlausungsanstalt am Eisenbahnknotenpunkt Plattling erinnert, die im Ersten Weltkrieg zur Entlausung von Soldaten, Landsern und Kriegsgefangenen samt Ausrüstung errichtet worden war. Die „Laus“ hatte man allerdings von ihrem vormaligen Platz schon im Jahr 2010 dorthin verbracht. Unter dem Aspekt, dass die Nibelungen-Sage eigentlich keine Liebes-, sondern eine Kriegsgeschichte ist und laut Wikipedia „Läuse und Lauseier in 8.000 bis 10.000 Jahre alten Textilien, Haaren und Kämmen identifiziert worden“ sind, hatte jemand in der Stadtverwaltung vielleicht nur eine schräge Art von Humor.
p.s.: Die Fotos sind vom Morgen des 12. August 2014. Entgegen anderer Eindrücke ist Bongo nicht verantwortlich für Patina beim Drachen u.a. – das wollte ich ausdrücklich noch einmal anmerken.

Advertisements

4 Gedanken zu “Etwas mit Zügen in Niederbayern:

    • Dessen war ich mir auch nicht bewußt, aber verkehrstechnisch hat es sicher schon früher optimal gelegen, darum scheint es mir folgerichtig, das es verschiedentlich in der Geschichte auftaucht.

      Gefällt mir

Über Kommentare freue ich mich | thank you for your thoughts!

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s