Der melancholische Centaur von Hédervár

Bilder von einer kleinen Ausfahrt, die von Győr aufwärts der Donau Richtung Mosonmagyaróvár führte. Die Pferde weideten beim kleinen Thermalbadeort Lipót:

… von dort erreicht man langsam über eine schmale Landstraße, durch von einer wunderschönen Rosskastanien-Allee beschattete Schlaglöcher und Bodenwellen schaukelnd und anderen Autos ausweichend, Hédervár mit seinem kleinen Schloß, das innerhalb einer wechselvollen Geschichte im 18. Jahrhundert auf dem Platz einer viel älteren Anlage, die zurückging bis auf das 12. Jh., in der Renaissance neu errichtet und im 18. Jh. mit barocken Elementen umgestaltet wurde. Es ist von einem hübschen kleinen Park mit hohen Bäumen umgeben.
Im rückwärtigen Teil des Parks, verbirgt sich der Centaur von Hédervár mit seinen beiden geraubten Frauen im ihn umwuchernden Gesträuch hinter einer zerbrochenen Brücke – es könnte eine Sage zu dieser tragischen Figur geben …

… doch die Melancholie beruht auf modernem Drama – „Es war einmal … “ nach 1944 Militärkrankenhaus der Sowjets in Ungarn, nach 1947 Internats- und Dorfschule, zu Beginn der 80er Jahre ein Künstlerhaus im Besitz einer Stiftung für Bildende Künste, ab 2002 wurde es renoviert und 2004 als Hotel in Betrieb genommen, ein wunderschönes Hotel.
Wie ich auf anderen Webseiten gefunden habe, war es das sogar bis mindestens 2010, aber das Konzept ‚Schloss- und Event-Tourismus auf hohem Niveau‘ scheint nicht aufgegangen zu sein.
Die Schönheit und Geschichte des Hotels, das derzeit „aus technischen Gründen“ geschlossen ist, kann man auf seiner Webseite nachlesen und > dort auch einen Blick auf viele schöne Fotos aus besseren Tagen werfen. Man kann dem Hotel im „schönsten Renaissanceschloss Ungarns“ nur viel Glück wünschen und, auch wenn die Sphinxen am Portal nur geheimnisvoll über die Details der technischen Gründe schweigen, sicherlich noch mehr: Geld.
Fotos vom Mittag des 10. August 2014 – zum Vergrößern bitte die kleinen Bilder in den Galerien anklicken.

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2 Gedanken zu “Der melancholische Centaur von Hédervár

    • Vermutlich werden vom angestrebten Gäste-Publikum holperig-ländliche Zufahrtsstraßen und umgebende schlicht-ländliche Infrastruktur dem Thema „Schlossurlaub“ in dem auf der Webseite zu betrachtenden Stil nicht als adäquat angesehen. Ich denke, gerade bei solchen einzeln gestellten Häusern spürt man ganz besonders den Mentalitätswandel bis in das Billigurlaubssegment hinein: alles muß sofort und bequem und gratis rund ums Haus zur Verfügung stehen. Das könnte so ein Schloss mitten im Dorf schon auf Grund seiner Lage nicht. Wahrscheinlich hätte es als etwas schlichtere Wellness- oder Bildungseinrichtung größere Chancen, wenigstens das Geld für den baulichen Erhalt hereinzuspielen.

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